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Hannover Nach Kollision: Stadtbahnen werden zerteilt
Nachrichten Hannover Nach Kollision: Stadtbahnen werden zerteilt
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00:28 26.05.2018
Die beiden Stadtbahnwracks an der Haltestelle Wallensteinstraße sollen Anfang Juni – vier Wochen nach dem Unfall – abtransportiert werden. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Die beiden beim schweren Unfall am 8. Mai an der Wallensteinstraße zerstörten Stadtbahnen werden Anfang Juni abtransportiert. Das hat die Üstra jetzt mitgeteilt. „Die Experten haben mehrere Szenarien geprüft, deshalb hat die Entscheidung so lange gedauert“, sagt Unternehmenssprecherin Katja Raddatz. Der jetzige Plan sieht vor, die beiden nicht mehr fahrbereiten Wracks in mehrere Teile zu zerlegen und anschließend mit Lkw abzutransportieren. Die aufwendigen Arbeiten finden am Wochenende des 8. bis 10. Juni statt, wenn der Abschnitt für die Linien 3 und 7 zwischen Stadionbrücke und Wettbergen ohnehin wegen Gleisarbeiten gesperrt sein wird.

„Wir nutzen die Gunst der Stunde“, sagt Raddatz. So könnten die Beeinträchtigungen für die Fahrgäste insgesamt so gering wie möglich gehalten werden. Da die Drehgestelle der beiden Unfall-Stadtbahnen zerstört wurden, können sie nicht einfach auf Tieflader gezogen werden. „Doch selbst das wäre logistisch nicht so leicht gewesen, weil der Platz an der Wallensteinstraße relativ eng ist“, sagt Raddatz. Eine Stadtbahn ist rund 25 Meter lang, der Transporter müsste demnach noch länger sein. Die Variante, die Züge mit einem Kran vom Gleis zu hieven, wurde aus Zeit- und Kostengründen verworfen. Raddatz: „Das hätte bedeutet, dass wir unter anderem die Oberleitungen hätten demontieren müssen.“

Somit werde die Üstra nun die seit Längerem geplanten Gleisarbeiten in Ricklingen zwischen Henckelweg und Höpfnerstraße nutzen. Dafür müsse der Stadtbahnbetrieb ab Stadionbrücke ohnehin zwischen dem 8. Juni ab 21 Uhr bis zum Betriebsschluss am Sonntag, 10. Juni, eingestellt werden. „Wir hoffen, dass die Zeit ausreicht“, sagt Raddatz. Es gebe diesbezüglich noch keine Erfahrungswerte. „So einen Fall hatten wir noch nicht.“ Sollte das Pensum nicht zu schaffen sein, werde die zweite Stadtbahn während der zweiten Streckensperrung vom 26. bis 29. Juli zerlegt. Fest stehe aber: „Nach der ersten Sperrung fährt die Linie 17 ab dem 11. Juni wieder auf ihrer kompletten Strecke“, sagt Raddatz. Sobald ein Zugwrack abtransportiert sei, reiche der Platz in der Kehranlage wieder aus.

Seit dem Unfall pendelt die Linie 17 nur zwischen Hauptbahnhof/ZOB und Stadionbrücke. Die beiden Züge waren kurz hinter der Haltestelle Wallensteinstraße auf dem Rangiergleis zusammengestoßen, weil die Weiche falsch stand. 15 Personen wurden bei dem Unfall zum Teil schwer verletzt, darunter die beiden Üstra-Fahrerinnen. Seither blockieren die Bahnen die Kehranlage. Wieso die Weiche falsch stand beziehungsweise warum der Fehler nicht auffiel, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Von Peer Hellerling

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