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Hannover Betrunkener greift Taxifahrer und Üstra-Mann an
Nachrichten Hannover Betrunkener greift Taxifahrer und Üstra-Mann an
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00:47 11.05.2018
Die Aussage des angeklagte Soukiourou A. wurde von einer Dolmetscherin übersetzt. Quelle: Alexander Körner
Hannover

 Das hatte durchaus Seltensheitwert: Ein Mann, der offenkundig Probleme mit den Gepflogenheiten des hiesigen Transportgewerbes hat, musste sich am Dienstag wegen in Stadtbahn und Taxi begangener Straftaten verantworten. Das Amtsgericht verurteilte Soukiourou A. schließlich wegen einfacher und  gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten. Außerdem muss der 28-Jährige 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten.

Der Küchenhelfer, dessen fünfköpfige Familie auch Sozialleistungen kassiert,  ist am Abend des 9. Dezember 2017 in einem Waggon der Linie 10 Richtung Ahlem unterwegs, gemeinsam mit seinem Bruder. Als die beiden von einem 20-jährigen Fahrgast – der sich als ziviler Mitarbeiter der Üstra entpuppt – angesprochen werden, das Rauchen in der Stadtbahn zu unterlassen und ihre Zigaretten auszumachen, befolgen sie diese Aufforderung – zunächst. Doch dann beginnen die angetrunkenen Brüder den Üstra-Mann anzupöbeln, irgendwann tritt ihm Soukiourou A. gegen sein Schienbein und verpasst ihm einen Schlag auf die Nase. Ein mitfahrender Student, der das Geschehen verfolgt hat, alarmiert die Polizei. 

Schlag mit der Bierflasche

Zehn Tage später wird A., wieder angetrunken, um Mitternacht gegen einen Taxifahrer handgreiflich. Dieses Mal gibt es nahe dem Astor-Kino an der Celler Straße Streit um Fahrtziel und Fahrpreis. Der Küchenhelfer verpasst seinem 63 Jahre alten Gegenüber mehrere Faustschläge, tritt dem am Boden Liegenden gegen den Oberkörper und zerschlägt schließlich sogar eine Bierflasche an dessen Hals. Der Taxifahrer wehrt sich mit Pfefferspray, ein Kollege kommt ihm zu Hilfe, und so kann der Angreifer kurz danach gestellt werden.

Amtsrichter Burkhard Littger ging mit seinem Urteil zwei Monate über das vom Staatsanwalt geforderte Strafmaß hinaus. Und er hatte für den Angeklagten, der wegen relativ geringfügiger Delikte bereits früher zwei Verurteilungen kassierte, einen guten Rat parat. Der aus Athen stammende Familienvater, der seit fünf Jahren in Deutschland lebt und im Gerichtssaal eine Dolmetscherin benötigte, solle die Hände vom Alkohol lassen und sich bemühen, die deutsche Sprache zu erlernen. Das werde seiner Integration sicherlich förderlich sein – und könnte helfen, Meinungsverschiedenheiten mit Stadtbahnkunden oder Taxifahrern künftig ohne Handgreiflichkeiten zu klären.

Von Michael Zgoll

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