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Hannover Bischof feiert Messe zum 300. Kirchweihfest
Nachrichten Hannover Bischof feiert Messe zum 300. Kirchweihfest
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00:16 07.11.2018
Feierlicher Gottesdienst: Bischof Heiner Wilmer (Mitte) war zum 300. Kirchweihjubiläum in St. Clemens zu Gast. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Es gab reichlich Weihrauch, Messdiener tummelten sich am Altar, und der Propsteichor füllte das Kirchenschiff mit festlichen Klängen aus der Missa Brevis von Jacob de Haan: Mit einer feierlichen Messe haben Hannovers Katholiken das 300. Kirchweihjubiläum ihrer Hauptkirche gefeiert. Hunderte Gläubige drängten sich unter der Kuppel der Basilika St. Clemens, der Gottesdienst wurde zudem live ins nahe Tagungshaus übertragen.

Am 5. November 1718 hatte Bischof Agostino Steffani die erste katholische Kirche nach der Reformation in Hannover geweiht. Seither sei diese „ein Solidaritätszeichen Gottes unter den Menschen“, sagt Propst Martin Tenge – ein Ort, an dem die Nähe Gottes spürbar werde.

Im Jubiläumsjahr stehen zahlreiche Konzerte, Vorträge und Diskussionen auf dem Programm. Zum Höhepunkt, diesem Kirchweihfest, gab es jedoch eine Premiere ganz eigener Art: Der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer war zum ersten Mal in St. Clemens zu Gast – zumindest zum ersten Mal als Bischof. Früher sei er schon öfter in der Basilika gewesen, berichtete er augenzwinkernd: „Ich saß hinten links und habe heimlich gebetet.“

Gebet für Missbrauchsopfer

In seiner Predigt fand der Bischof erwartungsgemäß rühmende Worte für die Basilika, für ihre „wunderschön sanierte Krypta“ und ihre prächtige Architektur: „Es ist vielleicht die italienischste Kirche in Norddeutschland“, schwärmte Wilmer, der selbst lange in Rom gelebt hat. Es liege eine tiefe Symbolik darin, dass die Kirche nicht nach Osten ausgerichtet sei, sondern ihr Portal zur Stadt hin öffne: „Es weist dorthin, wo die Menschen sind“, sagte er. Wilmer erinnerte daran, dass der Barockarchitekt Tommaso Giusti eigentlich Bühnenbildner gewesen sei: „In dieser Kirche ist die Idee, die Welt sei eine Bühne, realisiert – als ginge es um jene Bühne, auf der Gott gegenwärtig ist, um sein Herz der Welt zu öffnen.“

In dem Festgottesdienst beteten die Besucher auch für die Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Der neue Bischof hat sich wiederholt für eine schonungslose Aufklärung des Skandals stark gemacht. Im Mittelpunkt standen jedoch Glückwünsche. Als Schirmherrin des Jubiläums gratulierte die Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf der Gemeinde: „Hier konnten Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft schon immer Gottesdienst zusammen feiern“, sagte sie. Für Oberbürgermeister Stefan Schostok zählt die Kirche „zu den großen christlichen Wahrzeichen Hannovers“. Und Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann kredenzte Propst und Bischof symbolträchtig zwei Flaschen Wein. „Aus alten Reben kommt immer noch neuer Wein“, sagte er in seiner launigen Rede: „So ähnlich ist es auch bei uns Kirchen.“

Am 7. November, 19 Uhr, spricht Propst Tenge unter anderem mit Oberbürgermeister Stefan Schostok im Tagungshaus St. Clemens, Platz an der Basilika 3, über „Die Stadt und die Kirche“.

Von Simon Benne

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