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Hannover Bistum zeigt Frauen in der katholischen Kirche 
Nachrichten Hannover Bistum zeigt Frauen in der katholischen Kirche 
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00:23 17.04.2018
Josefa Luengo Cano gehört zu den Frauen, die die Ausstellung "Das weibliche Gesicht von Kirche" vorstellt. Ihre Tochter Liana (rechts) hat sie zur Eröffnung in der St.-Heinrich-Kirche begleitet. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

 Eine wichtige Rolle haben Frauen in der katholischen Kirche immer gespielt. Nur hat die männlich dominierte Hierarchie das oft verdeckt. Eine Ausstellung des Bistums Hildesheim in der Südstädter St. Heinrich-Kirche zeigt jetzt beispielhaft 13 Frauen, die sich engagiert für Mitmenschen, Gemeinden und Kirche einsetzen. Die Spanne reicht von biblischen Figuren und Heiligen bis zu tatkräftigen Zeitgenossinnen, die auf einen größeren Einfluss für Frauen in der patriarchal verfassten Kirche pochen. 

„Wir wollen auf die Arbeit von Frauen aufmerksam machen und unsere Wertschätzung ausdrücken“, erklärt Annette Burchardt, Referentin für Ehe, Familie und Geschlechtergerechtigkeit im Bischöflichen Generalvikariat. Sie gehört zu den Initiatorinnen der Wanderausstellung, die jetzt erstmals zu sehen ist. Bei der Eröffnung am Sonnabend sind sechs der mit lebensgroßen Fotos sowie Texten porträtierten Frauen anwesend. Eine davon ist Josefa Luengo Cano, die als Kind aus Spanien eingewandert ist. „Frauen dürfen nichts, machen aber alles“, bilanziert die 56-Jährige. Seit vielen Jahren ist sie mit Mitstreiterinnen stark in der Katholischen Spanischsprachigen Mission in der Nordstadt engagiert. „Als die Gemeinde zwei Jahre ohne Priester war, haben wir sie in Gang gehalten.“ Es müsse eine Selbstverständlichkeit sein und nicht als Errungenschaft dargestellt werden, wenn Frauen mitarbeiten, betont Propst Martin Tenge.

Deutliche Worte zum eingeschränkten Handlungsspielraum für Frauen findet Felizitas Teske, 2. Vorsitzende des Dekanatspastoralrates Hannover, zur Eröffnung der Ausstellung. Die Leiterin der katholischen Bonifatiusschule berichtet vom langwierigen Kampf, bis Mädchen und Frauen Aufgaben als Ministrantinnen, Lektorinnen und Küsterinnen übernehmen konnten. Doch auf Frauen im Priesteramt  wartet sie bisher vergeblich. „Wir blicken auf eine viel zu lange Zeit zurück, in der sich nichts bewegt hat.“

Die Ausstellung ist bis 22. April täglich von 10 bis 18 Uhr in der Kirche St. Heinrich, Sallstraße 74, zu sehen. Werktags von 16 bis 18 Uhr sowie zu Gottesdienstzeiten stehen die Initiatorinnen für Gespräche bereit.

Von Bärbel Hilbig

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