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Hannover Buchhändlern droht die Zwangsräumung
Nachrichten Hannover Buchhändlern droht die Zwangsräumung
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18:24 18.09.2018
Antiquar Gerhard Brunke will die Zwangsräumung seiner Wohnung über seinem Geschäft in der Oststadt verhindern. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Um die 30 Quadratmeter große Wohnung des Antiquars Gerhard Brunke und dessen Ehefrau in der Oststadt tobt seit Monaten ein erbitterter Rechtsstreit. Das Amtsgericht Hannover hatte entschieden, dass in der kommenden Woche die Zwangsräumung vorgenommen werden soll, weil die Buchhändler mit der Miete im Rückstand waren. Holger Rosemeyer, der Rechtsanwalt des Paars, spricht dagegen von einem Justizskandal, weil seine Mandanten das ausstehende Geld fristgerecht überwiesen haben und das Gericht davon auch rechtzeitig in Kenntnis gesetzt worden war. Das Amtsgericht weist die Vorwürfe zurück. Gegen das Urteil des Gerichts hat der Jurist Berufung eingelegt. Doch dieser Schritt hat keine aufschiebende Wirkung auf die Zwangsräumung. Am 26. September um neun Uhr erwarten Gerhard Brunke und Elke Kebschull den Gerichtsvollzieher. „Wir sind mit den Nerven am Ende“, sagt Buchhändler Brunke.

Die Buchhändler wohnen seit vier Jahren im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Eckerstraße über dem Antiquariat Klabund. Zum Jahreswechsel ging das Haus in den Besitz eines Sohnes der bisherigen Eigentümer über. Die Mietrückstände liefen nach Angaben von Rechtsanwalt Rosemeyer deswegen auf, weil sich seine Mandanten mit dem neuen Eigentümer nicht auf eine bislang geltende Vereinbarung einigen konnten. „Meine Mandanten haben die ehemaligen Hausbesitzer, die schwer krank waren, regelmäßig gepflegt und sind mit ihnen zum Arzt gegangen“, sagt der Jurist. Diese Arbeiten hatten sich die Buchhändler auf ihre Miete anrechnen lassen und in einer Art Tagebuch dokumentiert. Einen schriftlichen Vertrag gab es darüber nicht. Die Rechtsanwälte des Vermieters waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Gericht: „Stellungnahme über Zahlungen lag nicht vor.“

Als drei Monatsmieten in Höhe von je 220 Euro nicht beglichen worden, erhielten die Buchhändler die fristlose Kündigung für ihre Wohnung. Dagegen gingen sie juristisch vor. Während des noch laufenden Verfahrens vor dem hannoverschen Amtsgericht beschafften sich Gerhard Bunke und Elke Kebschull Geld und beglichen fristgerecht ihre Schulden. Am 27. Juni teilte Rechtsanwalt Rosemeyer dem Amtsgericht per Fax den Erfolg der Zahlung mit. Anschließend schickte er drei Schriftsätze über die erfolgte Zahlung der Mietschulden an das zuständige Gericht. Doch davon will die Richterin, die am 10. Juli das Urteil fällte nichts gewusst haben. „Der Richterin lag zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung keine Stellungnahme bezüglich eingegangener Zahlungen vor“, sagte Gerichtssprecher Jens Buck.

Die letzte Hoffnung der Eheleute lag auf einem Eilantrag beim Landgericht auf eine vorläufige Einstellung der Zwangsvollstreckung. Das Gericht gab diesem Antrag statt, legte aber eine Sicherheitsleistung in Höhe von 3000 Euro dafür fest – Geld, das die Buchhändler nicht aufbringen können. Jetzt liegt es an dem Vermieter, ob er in der kommenden Woche das vorläufige Urteil des Amtsgerichts umsetzen will. Lässt er die Wohnung räumen, muss er, nach Angaben des Landgerichts, vorher eine Sicherheitsleistung in Höhe von 5000 Euro hinterlegen, für den Fall, dass die Buchhändler im Berufungsverfahren Recht bekommen sollten.

Von Tobias Morchner

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