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Hannover So spannend wird das Kleine Fest
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00:29 06.05.2018
Fabelwesen sind wieder im Großen Garten unterwegs. Quelle: Petrow
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Hannover

 Besucher des Kleinen Festes sind es gewohnt, sich ein bunt gemischtes Kleinkunstprogramm zusammenzustellen. Varieté, Klamauk, Artistik, Musik – von allem ein bisschen. Auch in diesem Jahr haben die Gäste wieder die Wahl zwischen diversen Darbietungen auf 36 Bühnen. Wer sich aber gar nicht entscheiden kann, dem wird auf besondere Weise geholfen: „All for One“ heißt die neue Show, die im Gartentheater zu sehen sein wird, und Festorganisator Harald Böhlmann verspricht, dass – wie der Name schon sagt – die ganze Welt der Kleinkunst in diesem einen Auftritt von fünf überaus flexiblen Artisten steckt.

Wie in jedem Jahr bemühen sich Böhlmann und sein Team, vor der Kulisse des barocken Theaters einen außergewöhnlichen Fest-Höhepunkt anzubieten. „Die Show ist eine Auftragsproduktion, wir sind alle sehr gespannt“, sagt er. Regie führt Komiker Sammy Tavalis, der auch noch einen Soloauftritt hat. Bis zu 800 Leute haben im Theater Platz, nur zweimal pro Festabend wird „All for One“ zu sehen sein.

So läuft es beim Kleinen Fest

Das Kleine Fest im Großen Garten läuft vom 11. bis zum 29. Juli an 16 Abenden. Für die rund 56 000 Karten, die im Vorverkauf zur Verfügung standen, sind rund 275 000 Bestellungen eingegangen. Darum musste wie jedes Jahr das Los entscheiden. Alle Besteller, auch diejenigen die leer ausgehen, erhalten bis Mitte Mai eine Nachricht. Die zugelosten Karten können bis Mitte Juni im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, abgeholt werden. An der Abendkasse gibt es aber immer noch die Möglichkeit, Tickets zu erweben: Für jede der 16 Veranstaltungen sind noch 300 Karten verfügbar; es werden maximal zwei Karten pro Person abgegeben. Der Preis hat sich um 2 Euro verteuert, ein Ticket kostet nun 32 Euro, mit 17 Euro ist der Preis für ermäßigte Karten gleich geblieben.  

Erstmals gibt es in diesem Jahr auch sogenannte Förderkarten. Sie werden in Kontingenten von je zehn Karten zum Preis von 2320 Euro angeboten. Etwa ein Dutzend dieser Karten-Pakete sei angefordert worden, sagt Harald Böhlmann. Weitere Bestellungen sind möglich. Das Angebot soll helfen, die Finanzlücke im Budget zu schließen. Sie ist entstanden, weil Böhlmann laut städtischem Rechtsamt keine Sponsoringverträge mehr mit Firmen abschließen und diesen im Gegenzug ein Kartenkontingent überlassen darf. Die Höhe der bisherigen Sponsorengelder sei durch den aktuellen Förderkartenverkauf in etwa schon erreicht worden, sagt er. jk

Vom 11. Juli bis zum 29. Juli gibt es beim 33. Kleinen Fest zwischen den Hecken und Blumenbeeten im Großen Garten aber noch viel mehr zu erleben. So können die Gäste die Bekanntschaft mit einem Mann namens Wolfgang Moser machen, der deutlich interessanter ist als sein Name. Der amtierende Vize-Weltmeister der Zauberer gilt als die österreichische Antwort auf David Copperfield – mit weniger Bombast, aber umso verblüffenderen Tricks. „Er lässt aus einer Teekanne ständig wechselnde Heiß- und Kaltgetränke fließen – da wissen auch seine Magier-Kollegen nicht, wie das funktioniert“, sagt Böhlmann. 

Für Moser ist das Gastspiel beim Kleinen Fest eine Premiere, ebenso wie für die Hälfte aller Ensembles mit mehr als 100 Künstlern aus 20 Nationen. Zum ersten Mal dabei ist auch das Trio PuntMoc. Die drei Brüder aus Katalonien zeigen eine Pantomime der besonderen Art: Alltägliches wie die Morgentoilette im Bad, eine Autofahrt bei Regen oder Langeweile auf einer Party wird sprichwörtlich zur Lachnummer. „Ihre Körper erzählen Geschichten“, sagt Böhlmann. Das gilt auch für Globus Hystericus, eine Koproduktion aus den USA und der Ukraine, die von drei mehr oder weniger Verrückten erzählt wird, die einen Schatz im Fantasieland Tadam suchen. 

Ghita Cleri, die das Festprogramm mitgestaltet, wirbt für zwei besonders dynamische Programmpunkte. Das ungarische Trio Csaszar setzt auf spektakuläre Schleuderbrett-Nummern. Die belgischen Artisten von Cie Scratch haben ihrer Show den Namen „T.N.T“ gegeben – aber keine Angst, im Wesentlichen geht es dabei um komödiantischen Sprengstoff. 

Neben den Neulingen treten auch einige alte Bekannte auf. Hannovers Haus-Kabarettist Matthias Brodowy gibt sich erneut die Ehre, nach mehreren Jahren sind die Flamenco-Tänzer von der Grupo Semilla wieder dabei, und auch Mirja Regensburg, die im vergangenen Jahr mit ihrer Stand-up-Comedy das Publikum begeisterte, lädt wieder zu ihrem Mädelsabend ein.

Das Kleine Fest sei ein „Mikrokosmos der Kultur“, findet Cleri. „Es zeigt im Kleinen genau das, was die Stadt im Großen mit ihrer Bewerbung zur Kulturhauptstadt zeigen will.“ Welche Rolle das Kleinkunstfestival, das auch international großes Ansehen genießt, tatsächlich bei der Bewerbung spielen könnte, steht indes noch nicht fest. „Es laufen erste Gespräche, ob und wie wir uns beteiligen könnten“, verrät Böhlmann. 

Von Juliane Kaune

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