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Hannover Desimo präsentiert seine Zaubershow
Nachrichten Hannover Desimo präsentiert seine Zaubershow
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00:50 18.04.2018
Spiel mit Illusionen: Desimo präsentiert sein neues Programm „Zaubershow“ Quelle: Philipp Von Ditfurth
Hannover

 Na klar, das ist für ihn ein Heimspiel hier. Schließlich kommt Desimo aus der „Hochburg des Frohsinns und des Humors – aus Hannover“, wie er gleich zu Anfang verkündet. Als Entertainer, Comedian und Moderator gehört er in der Stadt zum Inventar. Und das Lindener Apollo-Kino ist für Detlef Simon ohnehin das, was Wimbledon für Boris Becker war. Sein Wohnzimmer. Da ist ihm Applaus gewiss, als er im ausverkauften Haus auf die Bühne tritt, um sein neues Programm Zaubershow vorzustellen.

Solche Shows leben gemeinhin davon, dass Dinge unerwartet verschwinden und unerwartet wieder auftauchen, was dann oft ziemlich erwartbar geschieht. Bei Desimo aber kommt das Unerwartete ganz unerwartet. Desimo kann eine Zeitung so zerschneiden, dass sie danach wieder heile ist. Dabei reißt er dann Witze: „Sie  starren auf ein wertloses Stück Papier – das gibt’s sonst nur an der Börse.“ Er kann auch durch ein Absperrband hindurchgehen. Er kann den Herz-Buben aus einem Kartenspiel hervorzaubern. Er kann Rauch aus dem  Mund pusten, obwohl er gar keine Zigarette hat. Und er kann ein rotes Tuch in seine Faust stopfen und dort in ein Ei verwandeln.

Hand- und Mundwerk

Eigentlich ist das alles nur solide Zauberkunst. Branchenübliches Handwerk. Doch bei Desimo kommt dazu das Mundwerk.

Der Mann ist Rampensau und Dampfplauderer. Mal parodiert er eine TV-Quizshow, dann gibt er eine kleine Tanzeinlage, und ab und zu wiederholt er seine Tricks in Zeitlupe, zu effektvoll eingespielter Musik. Er ist Mr. Locker vom Hocker, wenn er mit seinen Karten, Seilen und Tüchern die Grenzen der Wirklichkeit verwischt. So schafft er eine Kleinkunstform ganz eigener Art. „Es macht Spaß, in  die Runde zu gucken und verblüffte Gesichter zu sehen“, sagt er einmal, und man glaubt es ihm aufs Wort.

Allerdings hat die erste Hälfte der Show durchaus auch Längen. Und nicht jede Pointe zündet im Apollo – etwa wenn er sich darüber wundert, dass sich bei der Tour de France noch Spuren von Urin in den Dopingproben finden. Doch dann zerschnippelt Desimo wieder ein Seil, dass danach irgendwie wieder ganz ist, oder er weiß, in welcher Hand Marcel aus dem Publikum eine Münze versteckt hat – und sein Publikum liegt ihm zu Füßen. Ab und zu erklärt er, wie ein Trick funktioniert, aber er tut das, indem er einen zweiten, noch wundersameren als Lösung anbietet. Man ahnt: Irgendwie liegt es daran, dass dass Menschen nur sehen, was sie zu sehen erwarten. Trotzdem bleibt am Ende eine Menge Staunen. Und es gibt warmen Applaus am Ende dieses Heimspiels.

Von Simon Benne

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