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Hannover CDU nimmt Bewerbung auseinander
Nachrichten Hannover CDU nimmt Bewerbung auseinander
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00:18 04.02.2018
Auch das Ihme-Zentrum ist in den Planungen des Oberbürgermeisters inbegriffen.  Quelle: Sebastian Mast
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Hannover

 “Dringend überarbeitungsbedürftig“: Zu diesem Urteil ist jetzt die CDU gekommen, nachdem sie sich näher mit der städtischen Bewerbung für Europas Kulturhauptstadt 2025 befasste. Das Rathaus legte bisher einen Entwurf vor, der aus dem Büro von Oberbürgermeister Stefan Schostok stammt. „Es fehlt der rote Faden“, bemängelte Fraktionschef Jens Seidel am Donnerstag. Kulturelle und künstlerische Inhalte, europäische Dimension, Beteiligungsmöglichkeiten und Ressourcenplanung fehlten oder seien im Entwurf nicht erkennbar. 

Eine Idee im OB-Konzept ist es, eine so genannte „Frau H.“ Hannover beschreiben zu lassen. Die aber zeichne „ein eher biederes Bild“ einer potenziellen Kulturhauptstadt, Hannover komme bestenfalls als langweilig daher. Das Bewerbungsmotto „In aller Bescheidenheit“ hält Seidel ebenfalls für ungeeignet, da es mit Europa nichts zu tun habe. Ihm gefällt besser, was etwa Hannovers Konkurrent Magdeburg seiner Bewerbung voranstellt: „Verantwortung“, das sei aktuell und europäisch. Was der CDU-Fraktion zudem fehlt ist ein Konzept, wie Bürger und Kulturschaffende einbezogen werden sollen. Er forderte zudem, dass das Kulturhauptstadtbüro der Verwaltung künftig wieder „federführend“ in die Bewerbung einbezogen werden müsse,  wie auch parteiübergreifende Ergebnisse einer Tagung von Kulturpolitikern des Rates Eingang ins Konzept finden müssten. Und Seidel will Schostok die alleinige Kontrolle über die Bewerbung entziehen, wenn er fordert, der Kulturausschuss müsse wieder als verantwortliches Gremium für die Bewerbung eingesetzt werden. 

Schostoks Entwurf sieht unter anderem vor, einen zentral gelegenen Saal für klassische Konzerte zu bauen, er hat das Hohe Ufer ins Auge gefasst. Zudem soll ein wieder belebtes Ihme-Zentrum in der Bewerbung eine Rolle spielen, gedacht als „Reanimation eines Dinosauriers“. Weiter soll Hannover als grüne Stadt erscheinen und eine „nachhaltige Mobilitätswende“ dargestellt werden. Gar nicht oder nicht ausreichend kommen für Christdemokrat Jens Seidel dagegen bildende und darstellende Kunst, Film und Theater vor. Unklar sei zudem, ob das für die Bewerbung angesetzte Budget ausreiche. 

Die Ratsgruppe Linke/Piraten fragte, wie Schostok dazu komme, ohne Einbindung der Gremien am Hohen Ufer ein Grundstück für einen Konzertsaal reservieren zu wollen, „obwohl in der Landeshauptstadt dringend mehr bezahlbarer Wohnraum benötigt“ werde. Der gesamten Bewerbung fehle es zudem an „Offenheit und Transparenz“. 

Von Gunnar Menkens

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