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Hannover Bezirksrat will Ehrengrab für Benno Ohnesorg
Nachrichten Hannover Bezirksrat will Ehrengrab für Benno Ohnesorg
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21:15 13.08.2018
Auf dem Bothfelder Friedhof liegt das Grab von Benno und Christa Ohnesorg etwas abseits an einem schmalen Weg. Quelle: Johanna Steele
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Hannover

Vor 51 Jahren wurde der hannoversche Student Benno Ohnesorg erschossen und kurze Zeit später auf dem Stadtteilfriedhof Bothfeld beigesetzt. Wenn es nach dem Wunsch des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide geht, soll aus der Grabstätte 176 in Abteilung 2A jetzt ein Ehrengrab werden. „Benno Ohnesorg ist eine bedeutende Persönlichkeit der Stadt und Bothfelds“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzende Claudia Heinrich anlässlich der jüngsten Sitzung des Gremiums und stieß mit dem Vorstoß Fraktion übergreifend auf Zustimmung.

Späte Ehre: Stadtrat Hannover muss entscheiden

Die Entscheidung über die Umwidmung in ein Ehrengrab indes liegt beim Rat der Stadt. Ein entsprechender Antrag liegt noch nicht vor, sollte es dazu kommen, hat die Fraktion der Linken aber bereits einen Änderungsantrag in petto. „Wir begrüßen es, wenn die Grabstelle eines Pazifisten wie Benno Ohnesorg zum Ehrengrab ernannt wird“, sagt der Vorsitzende der Linken, Dirk Machentanz. Gleichwohl fordert er wiederholt die Einstellung der Pflege des Ehrengrabes von Gustav Noske auf dem Friedhof Engesohde. „Noske ist aufgrund seiner Biografie und politischen Haltung einer besonderen Ehrung unwürdig.“

Gustav Noske war erster Reichswehrminister der Weimarer Republik und hat bei der Niederschlagung des Kieler Matrosenaufstandes während der Novemberrevolution 1918 und während des von der deutschen Arbeiterschaft geführten Januaraufstandes 1919 eine entscheidende Rolle gespielt. Während des Januaraufstandes wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gefangen genommen und mit Wissen Noskes ermordet.

Ohnesorg in einer Linie mit Kurt Schumacher, Kurt Schwitters, Adolf Grimme

Die SPD im Bezirksrat plädiert indes dafür, sich zunächst allein mit einem Ehrengrab für Ohnesorg zu beschäftigen und niemanden gegeneinander auszuspielen. Die Erschießung des 1940 in Hannover geborenen Ohnesorgs durch den Polizisten Karl-Heinz Kurras bei einer Demonstration gegen den Schah-Besuch in Berlin am 2. Juli 1967 sei nie angemessen aufgearbeitet worden. Die Würdigung in Form eines Ehrengrabes daher sehr wichtig, so Fraktionsvorsitzende Heinrich. In der SPD-Ratsfraktion soll der Vorstoß der Bezirksratskollegen aus Bothfeld auch wohlwollend geprüft werden.

Info für Enno:

Zurzeit gibt es auf den 20 hannoverschen Friedhöfen von rund 100.000 Gräbern rund 70 Ehrengräber. Die Widmung einer Grabstätte als Ehrengrab erfolgt auf Beschluss des Rates und drückt die Anerkennung und den Dank der Stadt gegenüber verdienstvollen Bürgern aus, die Gräber sind Ziel von Führungen und auch in einer Broschüre aufgelistet. Somit ist der Friedhof auch ein Ort der Stadtgeschichte. Wie für Baudenkmale auf Friedhöfen gibt es für Ehrengräber kein eigenes Budget, die gärtnerischen Pflegearbeiten werden aus dem Friedhofsetat bestritten. Mit der Aufnahme in die Liste der Ehrengräber stünde Benno Ohnesorg in einer Linie mit Kurt Schumacher, Kurt Schwitters, Adolf Grimme, Karl Krolow und Yvonne Georgi – und zumindest noch mit Gustav Noske. Zudem wäre es das erste Ehrengrab auf dem Friedhof in Bothfeld.

Von Susanna Bauch

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