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Hannover Einbrecher muss für drei Jahre in Haft
Nachrichten Hannover Einbrecher muss für drei Jahre in Haft
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00:41 01.06.2018
Der 32-jährige Angeklagte gab vor Gericht zu, in zwei Wohnungen eingebrochen zu sein. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Das Schöffengericht am Amtsgericht Hannover hat einen 32-jährigen Mann zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Barazan H. verübte im September und November 2017 zwei Wohnungseinbrüche in Linden sowie Vinnhorst, erbeutete unter anderem Schmuck, Uhren und Bargeld. Außerdem stahl er im September auf einer Baustelle in Oberricklingen ein Portemonnaie. Mit erbeuteten Geldkarten hob der 32-Jährige zudem zweimal Bargeld ab. Der Gesamtschaden wird mit fast 7100 Euro veranschlagt, diese Summe muss der Verurteilte zurückzahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass H. die Taten beging, „um damit seine Drogensucht zu finanzieren“.

Barazan H. räumte die Taten ein. „Es ist genau so gewesen“, sagte sein Verteidiger Holger Nitz. Den ersten Einbruch verübte der 32-Jährige am 11. September 2017. Aus einer Erdgeschosswohnung an der Blumenauer Straße in Linden stahl er diversen Schmuck im Wert von 3785 Euro. Diesen habe H. laut Verteidiger Nitz für 2000 Euro veräußert, das Geld sei „sofort in den Drogenkonsum“ geflossen. Sein Mandant habe mitunter bis zu 250 Euro pro Tag für Kokain ausgegeben. „Er war schwer abhängig“, so Nitz. Gleiches gilt für das Geld, das H. durch den Geldbörsen-Diebstahl am 29. September an der Wallensteinstraße (Oberricklingen) erbeutete. In der Brieftasche waren 100 Euro, zudem hob der 32-Jährige 2018 Euro mit der Visa-Karte des Opfers ab.

Ungereimtheiten vor Gericht gab es beim zweiten Einbruch in Vinnhorst. Barazan H. war am 10. November in die Wohnung von Memet G. am Rundshorn eingestiegen. „2910 Euro Bargeld, Schmuck, Uhren und EC-Karten waren weg“, berichtete G. vor Gericht. 2500 Euro gehörten G., 410 Euro seien das Ersparte des Sohnes gewesen. Der Schmuck hatte laut G. einen Wert von 12 000 Euro. „Es waren teure Uhren, Armbänder, Armreife und Weißgold“, sagte der 41-Jährige. Mit einer der Karten hob H. 544 Euro vom Jugendkonto der 15-jährigen Tochter ab. Größtenteils bestätigte der Angeklagte die Anschuldigungen. Aber: „Laut meines Mandanten waren es lediglich eine Halskette und zwei Uhren“, sagte Rechtsanwalt Nitz. „Es war wertloser Modeschmuck.“ Zudem habe H. bloß 410 Euro Bargeld erbeutet. Gegenüber der Tochter zeigte H. Reue: „Es tut mir sehr leid“, sagte er. „Wie tief bin ich gesunken, dass ich eine 15-Jährige bestehle?“

Da das Gericht letztlich beim Diebesgut nicht alle Zweifel ausräumen konnte, entschied Richter Olaf Wöltje letztlich zugunsten des Angeklagten. H. wurden aus dem Vinnhorst-Einbruch bloß der Diebstahl zweier günstiger Uhren im Gesamtwert von 220 Euro angelastet, die 410 Euro Bargeld und das Abheben der 544 Euro. „Was mit den übrigen 2500 Euro ist, lässt sich nicht sagen“, so Wöltje. Zwar könne man durchaus überprüfen, ob das Geld kurz zuvor von G. abgehoben wurde. „Allerdings ist damit noch nicht gesagt, dass es zum Zeitpunkt des Einbruchs wirklich in der Wohnung war.“

Seine dreijährige Haftstrafe muss der 32-Jährige in einer Entziehungsanstalt verbringen. Seit seinem 19. Lebensjahr konsumiert er Kokain, bereits zweimal hatte der gebürtige Iraker eine Therapie begonnen. Er lebt seit 1994 in Deutschland. „Der zweite Therapieversuch hatte funktioniert“, sagte ein Gutachter vor Gericht. Allerdings sei H. nach der Entlassung 2017 „der Boden unter den Füßen weggezogen“ worden. Die Behörden hatten seinen Pass kassiert, der 32-Jährige fand dadurch keine Arbeit und Unterlagen für Hartz IV fehlten ebenfalls. Die neuerliche Entziehungstherapie wäre daher eine letzte Chance. „Er ist gewillt, von seiner Sucht wegzukommen.“

Von Peer Hellerling

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