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Hannover Nach Aus für Turbo-Abi: Fast alle Gymnasien brauchen Container
Nachrichten Hannover Nach Aus für Turbo-Abi: Fast alle Gymnasien brauchen Container
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00:19 01.12.2018
Am Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Das Hauptgebäude soll schon 2019 fertig sein. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Für die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren müssen 16 Gymnasien in Hannover umgebaut werden, lediglich das erst 2016 neu errichtete Gymnasium Limmer nicht. Aber kaum ein Schule wird auch rechtzeitig fertig, die meisten Gymnasien werden zwischenzeitlich Container aufstellen müssen. „Wenn der erste Jahrgang im Sommer 2020 ins G 9 startet, sind nur 20 Prozent der Schulen fertig, 80 Prozent aber nicht. Und 70 Prozent müssen sogar auf Container ausweichen“, sagte Elternvertreter Michael Balke, als der Schulausschuss der Stadt über den Zwischenstand der Baumaßnahmen informierte. Er appellierte an die Stadt, die Maßnahmen nicht zu verzögern. Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski beteuerte, der feste Wille und die Kraft seien da, die Stadt wolle nichts hinausschieben, aber sie könne nicht alles beeinflussen.

Ohne Container geht es nicht

Jörg Gronemann vom städtischen Baumanagement wies darauf hin, dass an 16 Stellen in der Stadt zeitgleich gebaut werden müsse, dennoch könne aber jeder Schüler G 9 am Gymnasien machen, als Zwischenlösungen werde man auf vielen Schulhöfen Containern aufstellen, um dem wachsenden Platzbedarf Rechnung zu tragen.

Am Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium laufen die Bauarbeiten zurzeit auf Hochtouren. Bis 2019 soll die Sanierung des Haupttraktes abgeschlossen sein, in öffentlich-privater Partnerschaft entsteht zudem bis 2022 gemeinsam mit der Sophienschule ein Erweiterungsbau, in dem die Mensa und die Naturwissenschaftsräume untergebracht sein sollen. Die Sophienschule wird am Standort Lüerstraße neu gebaut. Erst 2021 –und nicht wie ursprünglich geplant 2020 – wird Aufstockung der Leibnizschule abgeschlossen sein, zwischenzeitlich sollen Container auf der Sportanlage am Lister Kirchweg aufgestellt werden. Die Ricarda-Huch-Schule soll sich durch schulinternes Umorganisieren rechtzeitig genügend Platz verschaffen.

Herschelschule steht unter Denkmalschutz

Da die Herschelschule unter Denkmalschutz gestellt worden ist, gestaltet sich der Umbau hier besonders langwierig. Zurzeit würden vier Lösungen für einen möglichen Erweiterungsbau geprüft, erläuterte Gronemann. Bis 2023 dürfte sich der Ausbau hinziehen. Die Käthe-Kollwitz-Schule soll bis 2021 einen Anbau in Holzrahmenbauweise bekommen. Die ursprüngliche Idee, die benachbarte Gerhart-Hauptmann-Realschule in die Gottfried-Keller-Straße ziehen zu lassen, wo die Käthe-Kollwitz-Schule zurzeit eine Außenstelle unterhält, wurde inzwischen verworfen.

Die Schillerschule soll bis 2022 erweitert werden, hier seien komplette Umbau- und Umstrukturierungsmaßnahmen nötig, hieß es: „Man kann nicht einfach ein paar Klassenräume einziehen, die Differenzierungsräume müssen an die Klassenräume angedockt werden“, sagte Gronemann. Das Kurt-Schwitters-Gymnasium in Misburg nutzt übergangsweise Räume der Realschule mit, bis 2022 soll der Neubau fertig und der Abriss eines anderen Gebäudeteils vollzogen sein. Die Bismarckschule weicht wie die Elsa-Brändström-Schule bis 2022 in Container, die auf dem Schulhof aufgestellt werden, aus. Die Tellkampfschule ist erst 2024 rundumsaniert. Die Wilhelm-Raabe-Schule soll in der ehemaligen Grundschule Meterstraße eine Außenstelle bekommen, hier werden zurzeit Machbarkeitsstudien erstellt.

Gymnasium Limmer dient wieder als Ausweichquartier

Die Helene-Lange-Schule in Linden soll später eine Außenstelle in der Ihmeschule bekommen, hier sind noch Klassen der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden untergebracht. Die sollen in Container an die IGS ziehen, die vermutlich bis zu zehn Jahren dort stehen dürften, bis die marode IGS saniert ist. Solange die Ihmeschule umgebaut wird, sollen die Schüler der Helene-Lange-Schule ins Gymnasium Limmer ziehen. Zurzeit sind dorthin noch die Schüler der Goetheschule ausgelagert, während die Schule am Franziusweg neugebaut wird. Aber die Bauarbeiten sollen rechtzeitig 2019 fertig sein.

Die Humboldtschule erhält einen Neubau und eine neue Sporthalle, die Außenstelle soll aufgelöst werden. Die Komplettsanierung werde erst 2024 abgeschlossen sein, sagte Gronemann. Wie teuer das Mammutbauprogramm sein wird, will die Stadt erst sagen, wenn die Planungen weiter fortgeschritten sind. Es dürfte sich um eine dreistellige Millionensumme handeln.

Grundschulleiter fühlen sich zurückgesetzt

Grundschulleiter hatten in der Fragestunde bemängelt, dass die Gymnasien bevorzugt würden im Bauprogramm der Stadt, während die Ganztagsgrundschulen weiter auf ihre dringend nötigen Räume warten müssten. „Der Ausbau der Gymnasien für G 9 ist Pflicht, der Ganztagsausbau der Grundschulen Kür“, entgegnete Arne Borstelmann (CDU). Afra Gamoori (SPD) warnte davor, Schulformen gegeneinander auszuspielen. Alle müssten saniert werden. Rzyski sagte, dass alle Großstädte seit den neunziger Jahren einen gewaltigen Sanierungsstau vor sich herschieben, der müsse jetzt angesichts der wachsenden Schüler- und Bevölkerungszahlen schnell abgebaut werden.

Von Saskia Döhner

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