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Hannover Gedenken an Atombombenabwurf von Hiroshima
Nachrichten Hannover Gedenken an Atombombenabwurf von Hiroshima
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00:16 09.08.2018
Erinnerung an die Opfer: Hiroyo Nakamoto vollführte eine Trauer-Teezeremonie in der Aegidienkirche. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

In ihrer Familie wurde nicht viel darüber gesprochen: „Wenn ich meine Großeltern danach fragte, mussten sie so viel weinen, dass sie nicht erzählen konnten“, sagt Hiroyo Nakamoto, die aus Hiroshima stammt. Mit einer Trauer-Teezeremonie hat die Kulturbotschafterin ihrer Heimatstadt jetzt an die Opfer des Atombombenabwurfs auf Hannovers Partnerstadt vor 73 Jahren erinnert, bei dem auch ihre Familie zahlreiche Tote zu beklagen hatte. In der Ruine der Aegidienkirche bereitete sie Tee zu Ehren der Verstorbenen, die nach dem Glauben der Shinto-Religion in die Sphäre der Götter aufgestiegen sind.

Bürgermeister Klaus Dieter Scholz beschrieb bei der Gedenkstunde in eindringlichen Worten das, was er „die Hölle auf Erden“ nannte: „Noch in einem halben Kilometer Entfernung schmolzen Dachziegel, in zwei Kilometer Distanz entzündete sich die Kleidung auf der Haut der Menschen“, sagte er. Bis zum Ende des Jahres 1945 starben etwa 140 000 Menschen an den Folgen der Atombombenexplosion. Der Abwurf der amerikanischen Uranbombe sei „ein Verbrechen gegen die Menschheit“ gewesen, sagte Scholz. Er forderte eine vollständige atomare Abrüstung.

Kraniche zum Gedenken

Um genau 8.15 Uhr, zur Uhrzeit der Detonation vom 6. August 1945, schlugen Scholz und Stadtsuperintendent Thomas Höflich die Hiroschima-Glocke in der Aegidienkirche an. Höflich forderte, dass auch die „Black Rain Hibakushas“ endlich offiziell als Opfer der Atomexplosion anerkannt werden müssten. So nennt man jene Menschen, die die Explosion überlebten, doch durch die Radioaktivität geschädigt wurden und teils bis heute unter den Folgen leiden. Mit ihrem Schicksal beschäftigt sich eine Ausstellung des Fotografen Thomas Damm, die derzeit in der Marktkirche zu sehen ist.

Vertreter von Stadt und Region legten Kränze in der Aegidienkirche nieder. Jugendliche des CVJM legten 1000 gefaltete Papierkraniche als Zeichen der Erinnerung auf den Altar. Den ganzen Tag über stehen in der Aegidienkirche Gebete und stilles Gedenken verschiedener Religionsgemeinschaften auf dem Programm, um 18 Uhr gibt es eine multireligiöse Friedensandacht unter der Leitung von Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann.

Von Simon Benne

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