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Hannover Schüler erinnern an Pogromnacht
Nachrichten Hannover Schüler erinnern an Pogromnacht
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00:15 12.11.2018
Erinnerung an das Unrecht: Vertreter von Stadt, Region und Gemeinden legten Kränze am Gedenkort in der Roten Reihe nieder. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Die Gestapo kam in der Nacht. Um 1 Uhr verhaftete sie den Rechtsanwalt Horst Berkowitz in seiner Wohnung in der Erwinstraße 1, um ihn ins KZ Buchenwald zu verschleppen. Seine Frau wurde im Gebäude der SS am Königsworther Platz verhört und erlitt einen Nervenzusammenbruch. „Sie hat sich nie wieder von diesen Ereignissen erholt“, berichtete Berkowitz später.

Mehr als 180 Juden wurden in Hannover im Zuge der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 verhaftet, jüdische Geschäfte geplündert, die Synagoge niedergebrannt. Am Gedenkort in der Roten Reihe erinnerten jetzt Zehntklässler der Heisterbergschule an die Ereignisse. Vor rund 200 Besuchern trugen sie bei einer Gedenkveranstaltung erschütternde Schilderungen von Zeitzeugen wie Horst Berkowitz vor. Vertreter von Stadt und Region, Kirchen und jüdischen Gemeinden legten Kränze nieder, Kantor Assaf Levitin intonierte das Totengebet. Auch im Landtag stand eine Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Pogrome auf dem Programm.

„Es ist wichtig, nicht zu vergessen, was damals geschehen ist“, sagt die 17-jährige Heisterbergschülelrin Emma, die beim Gedenken in der Roten Reihe eine weiße Rose niederlegte. „Niemand darf ausgegrenzt werden – das gilt auch heute noch.“

Von Simon Benne

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