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Hannover City-Händler befürchten den nächsten Verkehrskollaps
Nachrichten Hannover City-Händler befürchten den nächsten Verkehrskollaps
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00:33 05.05.2018
Autos blockieren die Gleise am Steintor. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

 Lange Staus auf Straßen, Verspätungen bei Stadtbahnen und stundenlanges Warten beim Verlassen der Parkhäuser – der Zusammenbruch des Innenstadtverkehrs am Montag  verärgert die City-Händler. „Den kommenden Brückentagen und dem Pfingstsamstag (19. Mai) sehen wir mit großen Sorgen entgegen“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen habe es gravierende Probleme gegeben, sagt Prenzler. Zuletzt mussten Einkaufspendler vor den Osterfeiertagen stundenlang in den Parkhäusern auf die Ausfahrt warten. Nach Informationen der HAZ haben Mitarbeiter der Ernst-August-Galerie die Wartenden mit Gummibärchen beschenkt – und erneten wüste Beschimpfungen. 

Prenzler fordert die Stadtverwaltung am Mittwoch im Bauausschuss auf, Lösungen zu finden. Denkbar sei, meint er, die Grünphasen der Ampeln auf der Herschelstraße zu verlängern, um den Verkehr schneller abfließen zu lassen. Ein großer Teil des Verkehrs, der aus den City-Parkhäusern strömt, wird über die Herschelstraße abgewickelt. Als es in der Vorweihnachtszeit im vergangenen Jahr zu Staus kam,  veränderte die Stadt die Ampelschaltungen und behob damit die Probleme.

Erhebliche Probleme durch Baustellen

Die Stadt sichert jetzt zu, über die Verkehrsführung auf der Herschelstraße nachzudenken. Aber durch die Bauarbeiten entlang der Stadtbahnlinien 10 und 17 (D-Linie) gebe es erhebliche Einschränkungen. „Wir müssen mit Beeinträchtiungen an Brückentagen rechnen“, sagt Peter Freiwald, Verkehrskoordinator bei der Stadt.

Die Bauarbeiten entlang der D-Linie, die sich durch Hannovers Innenstadt zieht, machen Straßen zum Nadelöhr. So müssen sich auf der Goethestraße Autos und Stadtbahnen derzeit einen Fahrstreifen teilen. Auch auf der Kurt-Schumacher-Straße ist der Raum für Autos und Bahnen eng. Weil an Brückentagen etliche Einkäufer mit dem Auto in die City pendeln,  werden Straßen verstopft und Bahnen verspäten sich. Die Üstra hat sich wiederholt entschieden, die oberirdische Route aufzugeben und die Züge über die Tunnelroute in die Innenstadt zu schicken, so auch am Montag.

Für Kritiker des D-Linien-Ausbaus ist der Verkehrskollaps eine Steilvorlage. Der Imageschaden für Hannover werde mit jeder Umleitung der Bahnen größer, sagt Jens Pielawa von der Initiative Pro D-Tunnel in der Ausschusssitzung. Letztlich sei nur der Oktober 2017 störungsfrei verlaufen. Immer wieder sei die Üstra gezwungen gewesen, die Bahnen unterirdisch zu führen. 

Das Murren in der Kommunalpolitik ist kaum zu überhören. „50 Millionen Euro Investitionen, und dann funktioniert der Verkehr nicht richtig“, ärgert sich ein Ratspolitiker. Die Regions-Grünen schlagen vor, bis zum Ende der Baumaßnahmen Goethestraße und Kurt-Schumacher-Straße für den Durchgangsverkehr zu sperren und nur Anliegern die Einfahrt zu gestatten. Auch das Park-and-Ride-Angebot müsse deutlich verbessert werden.

Haltestelle am Expo-Park: Die Regionsverswaltung soll möglichst rasch eine Haltestelle mit Hochbahnsteig  am Expo Park einrichten. Das hat der Bauausschuss am Mittwoch mehrheitlich beschlossen. Die CDU stimmt dagegen. „Wichtiger ist, Hochbahnsteige in den Stadtteilen zu bauen, wo die Frequenz größer ist“, sagt CDU-Verkehrspolitiker Felix Blaschzyk.

Von Andreas Schinkel

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