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Hannover Verkaufsoffener Sonntag in Hannover – und nur ein Geschäft öffnet
Nachrichten Hannover Verkaufsoffener Sonntag in Hannover – und nur ein Geschäft öffnet
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00:17 04.02.2018
An vier Sonntagen im Jahr dürfen Hannovers Händler öffnen. Nur welche sollen es sein?. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 Unter Hannovers Kaufleuten ist ein schwelender Konflikt über verkaufsoffene Sonntage aufgebrochen. Vor fünf Tagen öffnete in Hainholz das Möbelunternehmen Staude seine Tore. Es war das einzige Geschäft in ganz Hannover, obwohl dieser 28. Januar einer von nur vier Sonntagen war, an denen Ladeninhaber 2018 ihre Türen öffnen dürfen. Aus der City-Gemeinschaft, dem Zusammenschluss von Innenstadt-Händlern, trug Staude dies am Donnerstag den Vorwurf ein, einen „Alleingang“ unternommen und damit den Wettbewerb verzerrt zu haben. „Wir sind irritiert und erzürnt“, sagte Geschäftsführer Martin Prenzler. Er sprach von einem „egomanen Vorgehen“, das dazu geführt habe, dass Hannovers Kaufleuten in Innenstadt wie Bezirken jetzt nur noch drei Sonntage zur Verfügung stünden. 

 Unternehmer Staude war überrascht, als er vom Vorwurf seiner Kollegen hörte. „Ich bin erstaunt. Der Termin war bekannt, er stand lange fest, jeder hatte die Chance, für diesen Tag eine Geschäftsöffnung zu beantragen.“ Der Vorhalt, er verzerre den Wettbewerb, sei deshalb „total falsch“.  Staude tat, was er durfte. 

Hinter dem Konflikt steht die Frage, nach welchen Kriterien die Stadt verkaufsoffene Sonntage festlegt. Im Dezember teilte das Ordnungsamt den Händlern verbindlich vier Termine für dieses Jahr mit. Der vergangene Sonntag war ein Datum, es folgen 25. März, 23. September und 4. November. An diesen Abstimmungsgesprächen nahm nach Auskunft eines Stadtsprechers auch die City-Gemeinschaft teil, auch der 28. Januar wäre also eine Option gewesen. Prenzler sagte jedoch, am Januar-Termin hätten die rund 600 Mitglieder des Verbandes, darunter große Konzerne, kein Interesse gehabt. Es sei deshalb fragwürdig, warum die Stadt bei Abwägung aller Interessen „einem einzelnen Händler ermögliche, ein Viertel aller Sonntage abzuschöpfen“.

Geschäfte, die an Sonntagen öffnen wollen, müssen bei der Stadt eine Genehmigung beantragen. Das Wichtigste dabei ist, dass sie einen Anlass schaffen, der Ladenöffnungen ermöglicht. Im Rathaus hieß es, Sonntagsöffnungen seien laut verschiedener Gerichtsurteile nur „in unmittelbarer Nähe von Veranstaltungen möglich“. Auch die Gewerkschaft verdi muss ihre Zustimmung geben. Die Stadt wies gestern die Einschätzung der City-Gemeinschaft zurück, derjenige Unternehmer bekomme den Zuschlag für einen Termin, der zuerst einen Antrag auf Öffnung stelle. Bei Kaufleuten der Innenstadt glaubt man dies offenkundig nicht. 

Staude hatte in Hainholz eine Eisbahn aufgebaut und eine „Kinder-Olympiade“ veranstaltet. Allerdings hätte dies nicht gereicht, um Läden etwa in Hannovers City zu öffnen, die Kaufleute vor Ort hätten sich eigene Attraktionen ausdenken müssen. „Aber so eine kleine Eisbahn am Kröpcke hätte die Stadt uns nie als Anlass für einen verkaufsoffenen Sonntag genehmigt“, glaubt Prenzler. 

Um den regelmäßigen Ärger über Sonntagstermine zu vermeiden, wünscht sich die City-Gemeinschaft, dass nach Jahren der Unsicherheit das Land Niedersachsen „endlich“ eine gesetzliche Regelung trifft. Sie soll bestimmen, unter welchen Vorgaben Geschäfte künftig öffnen dürfen. 

Von Gunnar Menkens

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