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Hannover Handy-Betrüger zu Bewährungsstrafen verurteilt
Nachrichten Hannover Handy-Betrüger zu Bewährungsstrafen verurteilt
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00:54 08.04.2018
Sandra H. ( roter Ordner) wurde von Anwalt Harald Zimbehl verteidigt, neben ihm sitzen die Anwälte Rüdiger Zach und Dirk Schoenian mit der Angeklagten Ariane W. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 Die Eigentümer und Geschäftsführer einer kleinen hannoverschen Firma, die im Internet Mobiltelefone anboten, aber nicht lieferten, sind am Mittwoch vom Landgericht Hannover zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die 2. Große Strafkammer unter Vorsitz von Jana Bader sprach die zwei Frauen und zwei Männer im Alter von 32 bis 54 Jahren des gewerbsmäßigen Betrugs in bis zu 165 Fällen schuldig. Die Käufer hatten meist Handys im Wert zwischen 100 und 300 Euro geordert; einigen von ihnen wurde das zweifelhafte Glück zuteil, statt der erwarteten Neugeräte wenigstens in China aufgearbeitete Gebrauchttelefone zugeschickt zu bekommen – doch die meisten gingen völlig leer aus.

Volker B. wurde zu einer Bewährungsstrafe von 23 Monaten verurteilt, Sandra H. zu 21, Ariane W. zu 16 und Mario B. zu 14 Monaten. 2009 und 2010 hatte das in der List angesiedelte Unternehmen im Internet unter Namen wie „Versandfrei-24.de“ oder „handy-time24.de“ firmiert. Ursprünglich liefen die Geschäfte ganz legal, doch ein Einbruch, bei dem 500 Telefone gestohlen wurden, brachte die Firma in finanzielle Schieflage. So kamen die Angeklagten auf die Idee, sich ihrerseits Geld zu ergaunern, für das sie keine Gegenleistung erbrachten. Der Gesamtschaden, der im Prozess zu Buche schlug, lag bei 22.000 Euro. Doch nur Mario B. muss 1738 Euro zurückzahlen: Diese Summe hatte er privat vereinnahmt und nicht über das Firmenkonto abgerechnet.

Die Kammer berücksichtigte bei der Strafzumessung die rund achtjährige Verzögerung bis zum Prozessbeginn. Man habe für jeden Angeklagten einen Strafrabatt von rund neun Monaten angesetzt, erklärte die Vorsitzende Richterin. Die erste – jahrelange – Verzögerung hatten Staatsanwaltschaft und Amtsgericht zu verantworten, dann wurde das Landgericht für zuständig erklärt, wo die zahlreichen Aktenordner mit den vielen Betrugsfällen erneut lange Zeit liegenblieben. „Umso mehr sind alle Beteiligten nun erleichtert, dass das Verfahren endlich abgeschlossen ist“, erklärte Sandra H.s Verteidiger Harald Zimbehl.

Von Michael Zgoll

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