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Hannover Armin Werner ist erste Adresse für Musiker
Nachrichten Hannover Armin Werner ist erste Adresse für Musiker
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00:20 10.08.2018
„Mir hat der Beruf immer Spaß gemacht“: Matthias Werner übernahm das Geschäft 1999 von seinem Vater Armin Werner. Quelle: Tim Schaarschmidt
Döhren

Mit der Auslage seines Schaufensters könnte man ein ganzes Orchester bestücken. Trompeten liegen hier neben Hörnern, Saxofone glänzen matt an der Seite von Trompeten. „Diese Tuba hier wiegt fast zwölf Kilogramm“, sagt Matthias Werner, „und die andere dort in der Vitrine ist rund 180 Jahre alt.“

Der 48-Jährige steht in dem Musikinstrumentegeschäft, das den Namen seines Vaters trägt – Armin Werner. In der Hand hält er ein Waldhorn, und wenn er über seinen Beruf spricht, gerät der Instrumentenmacher ins Schwärmen. Er selbst wuchs zwischen Instrumenten auf; schon als Kind trieb er sich gerne in der elterlichen Werkstatt herum, die damals noch in der Calenberger Straße war. Er lernte auch selbst Trompete zu spielen. „Vor allem aber war ich immer ein Handwerker und Tüftler“, sagt der Vater von zwei Kindern.

Ein Geschäft mit Tradition

Matthias Werner handelt nicht nur mit Musikinstrumenten, er repariert sie auch. Anschaulich kann er davon erzählen, wie man Tuben und Trompeten instand setzt; wie man Ventile gangbar macht, Rohrverbindungen lötet und Dellen ausbeult. „Unser Beruf ist sehr abwechslungsreich“, sagt er. Vor einiger Zeit hat er eine historische Trommel aus dem 17. Jahrhundert mit Naturfell neu bespannt; bei einem Schützenverein ist sie bis heute im Einsatz. „Wir haben aber auch schon wertvolle Teekannen ausgebeult und Messingteile von Oldtimer-Fahrzeugen repariert“, sagt er lachend.

In Hannover sind Meisterwerkstätten für Blasinstrumente nicht eben dicht gesät. Armin Werner ist daher die erste Adresse für viele Feuerwehrorchester und Spielmannszüge, Posaunenchöre und Musikvereine. Auch die Profis von der Staatsoper und der NDR-Radiophilharmonie zählen hier zu den Stammgästen; das Einzugsgebiet der Kundschaft reicht von Göttingen bis kurz vor Bremen.

Armin Werner ist ein Traditionsgeschäft. Drei Jahre nach dem Krieg begann der Firmengründer seine Lehre beim Instrumentenmacher Paul Zipter, der 1908 ein Geschäft auf der Leineinsel gegründet hatte. Unter der schönen Berufsbezeichnung Metallblasinstrumentenmachermeister machte sich Armin Werner im Jahr 1955 dann selbstständig. Nach Döhren zog die Firma 1989, und zehn Jahre darauf trat Matthias Werner endgültig in die Fußstapfen seines Vaters und übernahm den Betrieb. „Mir hat die Arbeit immer Spaß gemacht“, sagt er. Seine Frau Delia arbeitet heute in der Buchhaltung mit, und zwei Gesellen kümmern sich um die Werkstatt.

Stars unter den Kunden

Detlef Bettels ist einer von ihnen. Er sitzt an der Werkbank und hat eine zerlegte Trompete vor sich. Ohne Züge und Ventile wirkt das Instrument fast nackt. „Im Moment sind die Bläserklassen dran“, sagt Bettels. Das ist das Saisongeschäft beim Beginn eines jeden Schuljahres: Alle zwei Jahre lassen die Schulen ihre Blasinstrumente reinigen und warten. „In diesem Jahr sind es zehn Klassen, mehr als 200 Instrumente“, sagt Bettels und legt die Trompete in eine große Badewanne voller Reinigungsflüssigkeit.

An der Wand hängen Hämmerchen und Rollen zum Ausbeulen von Instrumenten, daneben ein signiertes Zeitschriftencover der Weltklasse-Klarinettistin Sharon Kam, die hier schon einmal ein Instrument gekauft hat. Mit dem Finger trägt Geselle Alexander Behrens feine Schleifpaste auf einen metallenen Flötenkopf auf, ehe er das Instrument wieder zusammen setzt. Aus dem Verkaufsraum tönen Trompetenklänge herüber; ein Kunde probiert ein Instrument aus. „Mein Beruf hat mir immer Spaß gemacht“, sagt Matthias Werner. Man glaubt es ihm aufs Wort.

Von Simon Benne

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