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Hannover Jazz-Fest zieht Tausende  zum Trammplatz
Nachrichten Hannover Jazz-Fest zieht Tausende  zum Trammplatz
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00:20 13.05.2018
Lässige Präzision: Nils Landgren und seine Funk Unit auf dem  Trammplatz. Quelle: Michael Wallmueller Hannover Germany
Hannover

 So klingt Bescheidenheit: „Mein Name ist Nils, und ich komme aus Schweden“, sagt der Mann mit der roten Posaune in perfektem Deutsch. Als ob Zehntausende auf dem Trammplatz das nicht wüssten, schließlich ist der Musiker der Star des Tages beim „Swinging Hannover“-Open-Air vor dem Neuen Rathaus. Dann legt die Nils Landgren Funk Unit los, mit „Unbreakable“, dem Titelsong des aktuellen Albums. Mit lässiger Präzision spielen Landgrens Musiker treibende Basslinien und lange Gitarrensoli. Dass dem Sänger zwischendurch die Stimme wegbleibt, fällt kaum ins Gewicht. „Es wird keinen Regen geben, oder?“ ruft der Schwede mit Blick auf den verhangenen Himmel – und ein lautes „Neiiin!“ schallt ihm entgegen. Die Stimmung stimmt.

Mit coolen Klängen hat Knut Richters Jazzband Hannover schon am Vormittag das alljährlich zelebrierte Hochamt des Jazz eröffnet. Als danach der Workshopchor der Gospelkirche Hits wie „This little light of mine“ anstimmt, schnippen viele Besucher mit den Fingern. Rund 40 000 Besucher wird Bürgermeister Thomas Hermann, der zugleich Vorsitzender das Jazz-Club ist, am Ende des Tages auf dem Trammplatz gezählt haben.

Für viele gehört die Party zum festen Programm des Himmelfahrtstages. Auch Paul-Uwe Fuchs aus dem Zooviertel ist schon oft hier gewesen: „Das Festival ist ein musikalisches Highlight“, sagt der Jazz-Fan. Er und die anderen Besucher werden nicht. enttäuscht. Das Kansas City Jazz Orchestra bringt die Besucher  mit Klassikern wie „Route 66“ zum swingen. „Man fühlt sich hier sofort daheim“, sagt David Besse, der Sänger der Truppe, nach dem Auftritt. „Die Atmosphäre in Hannover ist wie in Kansas City – beides sind eben echte Jazz-Städte.“

Aus Paris kommt die Band Electro Deluxe. „Hannover, let me see your hands“, ruft deren Sänger James Copley auf der Bühne immer wieder – und Hannover lässt sich das nicht zweimal sagen. Tausende bejubeln die druckvolle Mischung aus Funk, Groove und Jazz. Bei langen Saxofon-Einlagen animiert der charismatische Frontman im engen, grauen Anzug die Besucher immer wieder zum Händerecken. „Großartiges Publikum“, schwärmt der verschwitzte Mann im Anschluss. „Ich hoffe, dass wir mal mit einer ganzen Big Band hierher zurück kommen können.“

Am Ende gibt Nils Landgren entspannt Autogramme am Neuen Rathaus, und das Hypnotic Brass Ensemble mitscht das Publikum noch einmal mit einer wilden Show  auf. Das traditionsreiche Open Air wird seit 2005 von Enercity gesponsert – und das soll auch in den kommenden Jahren so bleiben, verspricht Stadtwerke-Chefin Susanna Zapreva: „Solche Veranstaltungen machen Hannover zu einer lebenswerten Stadt.“ Da hätte ihr auf dem Trammplatz wohl niemand widersprochen.

Von Simon Benne

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