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Hannover Kinderschutz rückt stärker in den Folus
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00:29 31.05.2018
Höhere Sensibilisierung für Kindeswohlgefährdung: Das Fachberatungstelefon der Stadt wird immer häufiger in Anspruch genommen. Quelle: dpa
Hannover

Wenn es um das Wohl von Kindern geht, soll die Umgebung besonders wachsam sein. Vor drei Jahren hat die Stadt eine telefonische Fachberatung für verschiedene Berufsgruppen eingerichtet, die mit Kindern arbeiten – seitdem steigt die Nachfrage kontinuierlich. Demnach wollen vor allem Grundschulpädagogen wissen, wie sie Risiken und Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung besser einordnen können.

Die Auswertung der Beratungszahlen wurde jetzt im Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Danach sind 2017 insgesamt 319 Anrufe bei der Fachberatung eingegangen, vor allem Lehrer und Schulsozialarbeiter haben um Unterstützung gebeten. 2015 waren es noch 194, ein Jahr darauf 239 Anrufer. Zudem hat es mehr Anrufer gegeben, die nicht zu den Zielgruppen gehören, wie Eltern oder Nachbarn. Anspruch auf Beratung haben Mitarbeiter etwa von Sozialamt, Sportvereinen, Musikschulen sowie Ärzte, Hebammen, Erzieher und Lehrer.

Besonders die Berufsgruppen im Zusammenhang mit Schule haben die Fachberatung mit deutlich steigender Tendenz in Anspruch genommen, gefolgt von Erziehern, Ärzten und Ehrenamtlichen. Laut der Verwaltung bedeutet das keinen Anstieg von Kindesmisshandlungen, sondern vor allem eine höhere Sensibilisierung der Fachkräfte sowie die zunehmende Bekanntheit des telefonischen Angebots. „Die Menschen machen sich Sorgen und schauen näher hin, sie wollen niemanden anschwärzen“, betont Anke Broßat-Warschun, Leiterin des städtischen Fachbereichs Jugend und Familie. Die unterstützende Beratung sei ein niedrigschwelliges Angebot, das offensichtlich gut angenommen werde.

Sorge um das Wohl von Kindern machte sich das betreuende Personal 2017 vor allem bei Grundschülern zwischen 6 und 10 Jahren (43 Prozent), die Altersgruppe der 11- bis 15-Jährigen war bei 30 Prozent der Anfragen betroffen. Bei insgesamt 66 Prozent der Beratungen wurden gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung ausgemacht, die weiteres Handeln der Anrufenden erforderte. Die Sorgen, die sich Erzieher oder Lehrer gemacht haben bezogen sich vor allem auf Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern und Jugendlichen. Bei Teenagern gab es zudem mehrfach den Verdacht, dass pubertäre Probleme gewalttätig ausgetragen wurden – etwa wenn die Selbstbestimmungswünsche des Jugendlichen mit den elterlichen und auch kultruell geprägten Vorstellungen der Eltern gravierend kollidierten.

Die Beratungen haben im vergangenen Jahr zwischen 30 und 60 Minuten in Anspruch genommen. Nach der ersten Kontaktaufnahme und Klärung von Verständigungsfragen werden die Anrufer zu ihren Beobachtungen und Vermutungen befragt. Danach werden gegebenenfalls weitere Schritte verabredet sowie Handlungsempfehlungen gegeben. Die Dokumentation dieser Gespräche und Ergebnisse ist dann die Grundlage für die statistische Erhebung.

Von Susanna Bauch

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