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Hannover Streit um israelkritische Veranstaltung 
Nachrichten Hannover Streit um israelkritische Veranstaltung 
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00:40 13.04.2018
Im Restaurant des Freizeitheims Linden soll am Donnerstag ein Vortragsabend zur Wasserkrise in Palästina stattfinden. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Hannover

 Ein Vortragsabend im Freizeitheim Linden über die Wassersituation in Palästina wird von der CDU-Ratsfraktion heftig kritisiert. Unter dem Thema „Bis zum letzten Tropfen – die palästinensische Wasserkrise“ laden der Linken-Kreisverband Hannover und weitere Vereine am Donnerstag um 19 Uhr ein. Der in Ramallah lebende, deutsche Hydrogeologe Clemens Messerschmid soll darüber referieren, wie Israel den Zugang zu Wasser im Palästina kontrolliert und bestimmt.

CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Seidel sieht in der Veranstaltung eine klare und einseitige Israelkritik. „Es muss unmissverständlich klar sein, dass für Stimmungsmache und Hetze in unserer Stadt kein Platz ist – erst recht nicht gegen ein befreundetes Land“, sagt er. Es müsse genau darauf geachtet werden, wem man im Freizeitheim ein Forum gebe. „Einige Initiatoren sind in der Vergangenheit schon öfter durch – um es vorsichtig zu sagen – antiisraelische Äußerungen aufgefallen“, so Seidel. Dass die Stadt deshalb das Freizeitheim zur Verfügung stelle, sei „zumindest unsensibel“.

Die Kritik Seidels richtet sich unter anderem gegen Linken-Kreisvorstand Johannes Drücker, der den Abend ausrichtet. Dem Politiker wird mitunter Israelhass nachgesagt. Auf HAZ-Anfrage widerspricht er der CDU-Darstellung. „Wir lehnen jede Form von Rassismus ab“, sagt Drücker. Bloß, weil die Veranstaltung pro-palästinensisch sei, „sind wir nicht gleich israelfeindlich“. Außerdem finde der Abend im privat geführten Restaurant des Freizeitheims statt, die Stadt sei gar nicht involviert. Auch Redner Messerschmid wehrt sich gegen die Behauptungen der CDU. „Es geht um Informationen zur Lage vor Ort“, sagt er. Natürlich werde er sich auch kritisch zu Israel äußern, „aber auch zu Palästina und anderen Ländern, die damit zu tun haben“, sagt Messerschmid.

Die Polizei verfolgt die Veranstaltung ebenfalls. „Wir behalten sie im Blick“, sagt Behördensprecher Philipp Hasse. Gegenproteste seien bislang aber noch nicht angemeldet worden. Linken-Politiker Drücker lädt jeden ein, mitzudiskutieren. „Wir wollen das Meinungsspektrum keinesfalls einschränken.“ Die Veranstalter rechnen mit rund 50 Teilnehmern im Freizeitheim.

Von Peer Hellerling

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