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Hannover Bildungsminister besucht Französischklasse – und ist beeindruckt
Nachrichten Hannover Bildungsminister besucht Französischklasse – und ist beeindruckt
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00:40 13.04.2018
Foto: Samantha Franson Quelle: Die drei aus der letzten Bank: Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Schuldirektor Eckhard Franklin und Jens Bolhöfer aus dem Kultusministerium. Foto: Samantha Franson
Hannover

 Eine Stunde Stillsitzen in der letzten Reihe? Schweigend? Normalerweise ist man Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne anders gewohnt. Am Montag konnte man den 41-jährigen eine Schulstunde lang aber genau so im Französischunterricht der Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover erleben. Hinten in der letzten Bank saß der Mann, der sonst den Ton angibt, wenn es um Niedersachsens Lehrer geht, –und lauschte dem Unterricht von Fachbereichsleiterin Stefanie Lemeire in einer 11. Klasse ergeben. Tonne löste damit ein Versprechen ein, dass er Schuldirektor Eckhard Franklin gegeben hatte. In einem persönlichen Fragebogen einer Zeitung über die eigenen Vorlieben und Abneigungen hatte er nämlich ausgerechnet Französisch als das Fach bezeichnet, das er am Schwierigsten fand. Franklin, Schulleiter an Niedersachsens einziger Schule, die auch das AbiBac, also das deutsch-französische Abitur,  anbietet, hatte ihm daraufhin eingeladen, einmal dem Französisch-Unterricht in seiner Schule beizuwohnen. 

Moderner Unterricht, der mit einem Trailer des aufwühlenden Films „Je vais bien, ne t'en fais pas“ von Philippe Lioret begann –und mit gemeinsamen Beschreiben der Beziehungen der Protagonisten zueinander mit Hilfe von Emojis an der Tafel noch lange nicht zu Ende war, wurde ihm von den hochmotivierten Schülern des Leistungskurses präsentiert. Auffällig war, wie sehr Lehrerin Stefanie Lemeire nicht nur die starken, sondern jeden Schüler motivierte, sich mit Redebeiträgen zu beteiligen – ein Aspekt, den der vierfache Vater Tonne später neben dem kompletten Verzicht auf Frontalunterricht ausdrücklich lobte. 

Ansonsten hielt er sich mit eigenen Kommentaren zurück. Es sei doch immerhin schon mehr als 20 Jahre her, dass er das Fach gehabt habe, dazu noch nur in Klasse 7 bis 10, sagte der Freund naturwissenschaftlicher Fächer wie Mathematik und Biologie zwischendurch und gestand, er habe das Fach auch einfach deshalb nicht gemocht habe, weil er zu faul gewesen sei, Vokabeln zu lernen. 

Tonne folgte dem Unterricht auch an diesem Tag lieber schweigend. Die Schüler beeindruckte er auch mit diesem Talent.  Die Aufregung über den hohen Besuch habe sich auch deshalb so schnell gelegt, weil „le ministre“ dem Unterricht so konzentriert gefolgt sei, sagten sie später.  

Von Jutta Rinas

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