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Hannover Leseförderer feiern zehnjähriges Bestehen
Nachrichten Hannover Leseförderer feiern zehnjähriges Bestehen
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00:20 01.05.2018
Buchhändler Otto Stender hat den Leseförderverein Mentor gegründet. Quelle: HAZ, Hannoversche Allgemeine Zeitung
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Hannover

 Aus einer Idee, geboren in einer kleinen Buchhandlung an der Marienstraße, ist eine bundesweite Organisation mit 11.000 Aktiven geworden – der Leseförderverein Mentor feiert sein zehnjähriges Bestehen. Bei einer Fachtagung des Vereins im Hotel Schweizer Hof hat der Mentor-Gründer und ehemalige Buchhändler Otto Stender einen Ehrenpreis erhalten. 105 Gäste informierten sich zugleich in verschiedenen Workshops über die neuesten Möglichkeiten der Leseförderung, etwa über digitales Lesen.

Prominente Unterstützer wie der Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer und Unternehmer Dirk Rossmann loben Stender und seine Leseförderer für ihr ehrenamtliches Engagement. Für den niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sind die Mentoren ein „Aushängeschild für unsere Gesellschaft“. „Sie leisten einen Beitrag für die Integration“, sagt Tonne.

Der Verein Mentor basiert auf der Idee, bei Kindern die Lust am Lesen zu wecken, und zwar durch die gemeinsame Beschäftigung mit einem Buch, Zeitungsartikel oder Comic. Leseförderer (Mentoren) nehmen sich eine Stunde pro Woche Zeit für ihren Schützling und erleben gemeinsam „Abenteuer zwischen zwei Buchdeckeln“, wie es Mentorin Gabriele Hausmann ausdrückt.

Dabei kommt es nicht darauf an, sich stets nur auf die Texte zu konzentrieren. „Die Mentoren spielen mit den Kindern zwischendurch und verarbeiten das Gelesene, etwa durch Malen“, sagt Magret Schaaf, Bundesvorsitzende des Vereins. Oft sind es Kinder aus sozial schwächeren Familien, die von Lehrern für die Leseförderung vorgeschlagen werden. Auch viele Kinder aus Einwandererfamilien kommen in den Genuss der Lesestunden. Insgesamt 14.000 Schüler werden von Mentoren bundesweit betreut.

„Die Explosion von Bildung bei Migrantenkindern ist auch ein Verdienst von Mentor“, sagt Kriminologe Pfeiffer während der Tagung. Immer mehr Kinder aus Einwandererfamilien schafften es jetzt bis zum Abitur. Dennoch gebe es noch viele Probleme zu bewältigen. Pfeiffer nennt die Computerspielsucht vor allem bei Jungen, die nicht selten in eine Bildungs-Sackgasse führe. „Es kommt darauf an, bei Jungen die Lust am Lesen zu wecken, bevor die Leidenschaft für Computerspiele einsetzt“, sagt Pfeiffer. Unternehmer Rossmann weist darauf hin, dass die Lesestunde mit den Mentoren auch eine nicht zu unterschätzende soziale Komponente habe. „Es entstehen Freundschaften, und die Kinder machen die Erfahrung: Ich bekomme etwas ohne Geld“, sagt Rossmann. 

Von Andreas Schinkel

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