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Hannover MHH warnt vor Grippe und Herzinfarkt
Nachrichten Hannover MHH warnt vor Grippe und Herzinfarkt
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08:06 24.02.2018
Zu Allgemeinmedizinern wie Martina Mall kommen aktuell vor allem Patiente mit Grippesymptomen. Quelle: Foto: Heidrich
Hannover

 Die Grippewelle hat Hannover erreicht und verläuft schwerer als in den Vorjahren. Das Gesundheitsamt der Region registriert eine deutlich höhere Zahl an nachgewiesenen Grippeinfektionen als in den beiden vergangenen Wintern. Aktuell sind mehr mehr als 200 Menschen in der Region an Influenza erkrankt. Die Region erfasst alle per Labor bestätigten Fälle aus Hausarztpraxen und Kliniken.

An der Medizinischen Hochschule Hannover gab es seit Jahresanfang bereits zwei Todesfälle.  Ein 62-jähriger Mann starb am Donnerstag, eine Frau noch unter 40 Jahren im Januar. In beiden Fällen infizierte der Virus den Herzmuskel, die Influenza verursachte einen Herzinfarkt. „Das ist wirklich dramatisch“, sagt Tobias Welte, Direktor der MHH-Klinik für Pneumologie auf dem Herz-Lungen-Kongress im HCC. Beide Patienten gehörten nicht zu den Hauptrisikogruppen für Influenza, ältere Senioren sowie Schwangere.

Allein die MHH betreut aktuell rund 80 bis 90 Patienten mit Influenza. Als Folge der Grippewelle sind schwere Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen dramatisch angestiegen. Auch die Zahl der Herzinfarktpatienten ist stark angewachsen. Die Mediziner sehen hier einen Zusammenhang. „Seit Jahresanfang mussten wir 92 Patienten behandeln, die mit Herzinfarkt in die MHH gebracht wurden", betont Professor Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie. In Monaten ohne Grippe sind es durchschnittlich 40 Fälle. Die MHH-Intensivstationen für Herz und Lunge sind voll belegt. Auf die Pneumologie-Intensivstation sind drei Viertel der Patienten mit Grippe eingeliefert worden. Die Herz-Intensivmediziner haben es in drei von acht Fällen mit ursprünglich Grippekranken zu tun.

Angesichts dieser schweren Krankheitsverläufe kritisiert Lungenspezialist Welte die Impfstoffwahl der Krankenkassen. Zum zweiten Mal in Folge hat die Wirkstoffkombination die auftretende Grippe nur unzureichend bekämpft. Die vor allem grassierende Influenza-B-Variante Typ Yamagata deckt der empfohlene  Dreifach-Impfstoff nicht ab. Speziell Influenza-B-Viren können direkt das Herz infizieren und zu schweren Herzmuskelentzündungen führen. Der etwas teurere Vierfach-Impfstoff wirkt, wurde aber nicht erstattet. „Die Kassen haben aus falsch verstandenem Kostenbewusstsein eine Fehlentscheidung getroffen“, kritisiert Welte. Erschwerend wirkt sich die Impfmüdigkeit in der Bevölkerung aus. 

In der MHH-Notaufnahme stellen sich inzwischen fast täglich 30 bis 40 Erkrankte mit Grippeverdacht vor, die allerdings nicht alle stationär behandelt werden müssen. Auch in Hannovers Hausarztpraxen sind die Wartezimmer voll. „Etwa jeder zweite Patient kommt mit Erkältung und Grippesymptomen“, sagt etwa Allgemeinmedizinerin Martina Mall aus der Sallstraße. Beim Klinikum Region Hannover und den Diakovere-Krankenhäusern liegt die Zahl der Influenzapatienten dagegen bisher nicht über den Vorjahreszahlen.

Von Bärbel Hilbig

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