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Hannover Messerangriff im Hauptbahnhof: Wer hat die Tat beobachtet?
Nachrichten Hannover Messerangriff im Hauptbahnhof: Wer hat die Tat beobachtet?
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11:03 01.12.2018
Im Hauptbahnhof Hannover hat die Polizei einen Bereich an den Gleisen 11 und 12 abgesperrt. Dort wurde am Freitagmorgen ein Mann niedergestochen. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Bei einem Messerangriff im Hauptbahnhof Hannover ist am Freitagmittag ein Mann verletzt worden. Nach Angaben der Polizei gab es nach bisherigem Kenntnisstand eine Auseinandersetzung gegen 11.15 Uhr zwischen einem 53- und 48-Jährigen, „dabei hat der Jüngere eine Stichverletzung erlitten“, sagt Behördensprecher Philipp Hasse. Zunächst wurde befürchtet, das Opfer sei bei der Auseinandersetzung lebensgefährlich verletzt worden. Inzwischen spricht die Polizei aber nur noch von schweren Verletzungen im Bereich des Oberkörpers. „Sein Zustand ist stabil“, sagt Hasse. Der Mann wurde im Krankenhaus operiert.

Offenbar handelte es sich um einen Streit innerhalb der Obdachlosenszene am Hauptbahnhof. Der Hintergrund für die blutige Auseinandersetzung ist noch unklar. Womit genau der Täter zustach, stand noch nicht fest.

Beamte der Bundespolizei trafen in Höhe des Aufgangs zu den Gleisen 11 und 12 auf den Schwerverletzten und leisteten umgehend erste Hilfe. „Die eigentliche Auseinandersetzung ereignete sich aber nahe der Burger-King-Filiale“, so Hasse. Der 48-Jährige kam zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Der 53-jährige Verdächtige floh zunächst Richtung ZOB, konnte aber wenig später auf dem Bahnhofsvorplatz festgenommen werden.

Laut Hasse war der Mann in den Hauptbahnhof zurückgekehrt. „Aufgrund der Täterbeschreibung konnten wir ihn fassen“, sagt der Behördensprecher. Gegen ihn wird nun wegen versuchter Tötung ermittelt. Nach HAZ-Informationen ist der 53-Jährige bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahls und Hausfriedensbruch.

Die Spurensicherung untersuchte den Tat- und Fundort, der Bereich des Hauptbahnhofs blieb bis etwa 14 Uhr abgesperrt. Nach Polizeiangaben konnte die Tatwaffe bislang allerdings noch nicht sichergestellt werden. Der Bahnverkehr war vom Einsatz allerdings nicht betroffen. Alle Reisenden konnten den anderen Aufgang zu den Gleisen 11 und 12 nutzen, um zu den Zügen zu gelangen.

Zeugen dringend gesucht

Probleme bereitet den Ermittlern allerdings die Zeugensuche. „Durch den hohen Publikumsverkehr ist es schwer, Personen zu finden, die etwas mitbekommen haben“, sagt Hasse. Viele sind inzwischen möglicherweise schon weitergereist. Die Kriminalpolizei bittet Zeugen daher dringend, sich unter Telefon (0511) 109 55 55 zu melden.

Tödliche Messerattacke vor drei Wochen

Erst vor drei Wochen hatte es eine Messerattacke am Hauptbahnhof gegeben. Dabei soll ein 27-Jähriger einen 39 Jahre alten Mann nahe der Drogenhilfestation Stellwerk erstochen haben. Der Tatverdächtige wurde eine Woche nach dem tödlichen Angriff festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Vermutlich handelte es sich um eine Auseinandersetzung im Drogenmilieu. Nach der Tat hatte die CDU-Ratsfraktion Konzepte gefordert, um der zunehmenden Gewalt rund um den Hauptbahnhof zu begegnen.

Die CDU erneuert jetzt ihre Forderung. „Es kann nicht sein, dass der Bahnhof von manchen Menschen als rechtsfreier Raum wahrgenommen wird“, sagt CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt. Die Deutsche Bahn müsse ihre Sicherheitskräfte verstärken, gleiches gelte für die Bundespolizei. Ziel sei es, niederschwelliger einzugreifen. „Wenn vor dem Bahnhofseingang Richtung Raschplatz wüste Zechgelage stattfinden, dürfen Sicherheitskräfte nicht daneben stehen und zugucken“, meint Oppelt. Ermahnungen und Ansprachen sollten deutlich früher erfolgen und nicht erst, wenn die Situation eskaliert ist. Der Hauptbahnhof sei schließlich die Visitenkarte der Stadt.

Nur wenige Tage vor dem tödlichen Angriff gab es eine weitere Messerattacke am Steintor unter Mitgliedern der Drogenszene. Damals war ein 22-Jähriger vor der McDonald’s-Filiale niedergestochen worden und musste noch in der Nacht notopiert werden. Der Polizei gelang es zwei Tage später, den mutmaßlichen Täter festzunehmen. Der 40-Jährige sitzt seither in U-Haft.

Von Peer Hellerling und Andreas Schinkel

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