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Hannover Mieses Catering verärgert Narren und Politiker
Nachrichten Hannover Mieses Catering verärgert Narren und Politiker
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10:22 19.02.2018
Die Hannoversche Funken-Garde hielt ihre Gala-Prunksitzung schon im Januar ab. Das Bühnenprogramm war wesentlich abwechslungsreicher als das gastronomische Angebot – und Präsident Philipp Glaser kürte Gilde-Geschäftsführer Mike Gärtner zum Ehrensenator. Quelle: privat
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Döhren

 Die diesjährige Gala-Prunksitzung der Hannoverschen Funken-Garde im Freizeitheim Döhren wurde von einigen Misstönen überschattet. So wollte der Pächter bei der Veranstaltung Anfang Januar nur Flaschenbier ausschenken, die Tischdecken mussten aus feuerpolizeilichen Gründen abgenommen werden und die Warteschlangen waren so lang, dass etliche Gäste in den gegenüberliegenden Rewe-Supermarkt gingen und Bierkisten sowie belegte Brötchen in den Saal schafften. Dies war der Hintergrund für eine interfraktionelle Anfrage im Bezirksrat Döhren-Wülfel: Ob es für in Freizeitheimen tätige Gastronomen Mindestqualifikationen gebe und ob die Stadt – wegen diverser Mängel auch bei anderen Gelegenheiten – nicht auf einen Betreiberwechsel hinwirken könne. Antwort der Verwaltung: Die Qualitätsprobleme des aktuellen Betriebs seien bekannt. Am Donnerstag, 15. Februar, soll es ein Gespräch mit dem Mieter geben, bei dem die Stadt auf eine „qualitative Steigerung des Betriebs“ hinwirken will.

Papierdecken waren fehl am Platz

Wie Funken-Garden-Präsident Philipp Glaser berichtet, habe es feste Absprachen mit dem Pächter gegeben, feuerfeste Stoffdecken auf die Tische im Thurnithisaal zu legen. Tatsächlich ausgelegt wurden dann am 6. Januar Papierdecken – die unverzüglich entfernt werden mussten. Als Glücksfall erwies sich, dass Gilde-Geschäftsführer Mike Gärtner zum neuen Ehrensenator gekürt wurde; so konnte noch kurzfristig ein Stand für den Ausschank von Faßbier aufgebaut werden, damit die Karnevalisten nicht auf Flaschenbier angewiesen waren. Auch habe es für die Feiernden an den Tischen nur zwei Bedienungen gegeben, die hoffnungslos überfordert waren, erzählt Glaser; einer der hinter einer Theke stehenden Männer sei später beobachtet worden, wie er durch die Reihen der gut 300 Gäste gegangen sei und mehrfach halbleere Gläser ausgetrunken habe. Auch sei das Essensangebot äußerst bescheiden gewesen.

Vereine wechseln das Revier

Die SPD-Fraktion bemängelte zudem grundlegende Probleme mit der Gastronomie im Döhrener Freizeitheim. Es gebe im Winterhalbjahr – wenn der Biergarten geschlossen ist – noch nicht einmal einen Kaffeeautomaten oder kalte Getränke, sagte Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner. Einige Vereine seien aufgrund der erwiesenermaßen schlechten gastronomischen Leistungen schon an deutlich teurere Veranstaltungsorte gewechselt. Der Pächter, der in Döhren seit Anfang 2017 tätig ist, sei noch schlechter als seine Vorgänger. Wie Bezirksratsbetreuerin Gundula Ohlhorst erläuterte, hat die Stadt bis zum 31. Dezember 2021  einen Mietvertrag mit einer Gesellschaft abgeschlossen, deren Geschäftsführer über langjährige gastronomische Erfahrungen verfügt. Dieser habe das Freizeitheim allerdings an den derzeitigen Betreiber untervermietet. Den Namen dieses Untermieters wollte die Stadt dem Stadt-Anzeiger aus datenschutzrechtlichen Gründen jedoch nicht mitteilen.

Auf lange Warteschlangen auch bei den Döhrener Disco-Nächten wies Grünen-Bezirksratsfrau Claudia Meier hin. Und CDU-Fraktionschefin Gabriele Jakob stellte die provokante Frage, ob es die Stadt eigentlich darauf anlege, die Vereine vor dem geplanten Neubau des Freizeitheims aus dem Döhrener Veranstaltungszentrum zu vertreiben. Eine Antwort bekam sie nicht.

Von Michael Zgoll

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