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Hannover Ministerpräsident pfeift Thümler zurück
Nachrichten Hannover Ministerpräsident pfeift Thümler zurück
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00:21 27.05.2018
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte schon immer eine Vorliebe für die Herrenhäuser Gärten. Quelle: Gabriel Poblete
Hannover

In der Debatte um die Verantwortung für Hannovers herausragende Kulturschätze hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) jetzt ein Machtwort gesprochen. „Der Ministerpräsident hält nichts von dem Vorschlag von Kulturminister Björn Thümler (CDU). Damit dürfte die Diskussion auch beendet sein“, teilt ein Sprecher der Staatskanzlei auf Anfrage der HAZ mit. Thümler hatte in einem Brief an Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) vorgeschlagen, dass das Land sowohl das Sprengel Museum als auch die Herrenhäuser Gärten übernimmt. Zugleich solle sich die Stadt zu einem Viertel an der Finanzierung des Staatstheaters beteiligen. Schostok hatte die Ideen zurückhaltend aufgenommen.

In der Landtags-CDU wird Thümlers Vorstoß nicht in allen Punkten geteilt. „Ich halte es nach wie vor für richtig, Landesmuseum und Sprengel Museum unter einem Dach zu vereinen“, sagt Fraktionschef Dirk Toepffer. Und wenn sich die Stadt aus dem Sprengel Museum zurückzieht und dadurch Geld spart, dann könne sie sich an der Förderung anderer Kultureinrichtungen beteiligen, etwa am Staatstheater. Aber die von Thümler vorgeschlagene hohe Beteiligung am Staatstheater (17 Millionen Euro jährlich) mit einer Übernahme der Herrenhäuser Gärten zu kompensieren, hält Toepffer für „schwierig“.

In der hannoverschen SPD stößt das Vorgehen Thümlers auf massive Kritik. „Es ist einzigartig, wie ein Minister mit der Landeshauptstadt umgeht“, sagt Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci. Die Ideen seien nicht nachvollziehbar. Offenbar gehe Thümler nach der Methode von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor. „Jede Woche wird eine neue Idee verkündet. Nächste Woche will das Land vielleicht das Rathaus übernehmen“, sagt Kirci. Die Verwirrung, die Thümler mit seinem Vorstoß auslöst, belaste Hannovers Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas.

Auch im hannoverschen Rat löst das Vorgehen des Ministers Kopfschütteln aus. „Das Land will sich nur die Rosinen herauspicken“, sagt SPD-Kulturexpertin Belgin Zaman. Sinnvoller wäre es, wenn sich das Ministerium Gedanken über eine langfristige Förderpraxis von einzelnen Projekten in den Kommunen machen würde. Die FDP, Mitglied im Mehrheitsbündnis, ist verärgert. „Herrenhausen gehört den Hannoveranern, und dabei bleibt es.“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Man könne zwar Gespräche zwischen Stadt und Land führen, aber auf schlechte Deals lasse man sich nicht ein.

Von Andreas Schinkel

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