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Hannover BUND kritisiert Stadt wegen Öko-Landwirtschaft
Nachrichten Hannover BUND kritisiert Stadt wegen Öko-Landwirtschaft
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00:44 05.05.2018
In Hannover betreibt der Kronsberghof ökologische Landwirtschaft. Quelle: Eberstein
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Hannover

 Vor einem Jahr hat der Rat beschlossen, die stadteigenen Ackerflächen vorrangig Ökolandwirten zur Pacht anzubieten. Passiert sei seitdem nichts, kritisiert der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND). Die Verwaltung lasse es zu, dass auf ihren eigenen Grundstücken weiterhin Insektenvernichtungsmittel und andere Pestizide gespritzt werden dürften. „Das ist angesichts des katastrophalen Insektensterbens kein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichem Eigentum“, sagt Vorstandsmitglied Georg Wilhelm.

Knapp 1000 Hektar und damit etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Flächen in Hannover gehören der Stadt. 210 Hektar davon sind Grünland, der Rest Äcker. Ökologischer Landbau wird nur auf dem Kronsberghof betrieben. „Auf den übrigen Flächen lässt die Stadt durch die Pachtverträge in der Regel nur den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen verbieten“, erklärt Wilhelm. Mittel wie Glyphosat und die Neonikotoide, die für das Verschwinden der Insekten verantwortlich gemacht werden, seien dagegen erlaubt.

Der BUND erklärt, obwohl die städtischen Pachtverträge meist kurze Laufzeiten hätten und jedes Jahr ein großer Teil auslaufe, habe es bis heute kein öffentliches Angebot einer Fläche gegeben. Dadurch entstehe der Eindruck, der Ratsbeschluss solle ausgesessen werden.

Dagegen verwehrt sich die Stadt. Eine Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung sei nicht von heute auf morgen zu erzwingen, sondern sei von rechtlichen Rahmenbedingungen abhängig. Zudem dürfe die Existenz von bestehenden Höfen nicht gefährdet werden. „Vorrangiges Ziel ist es, derzeit wirtschaftende Betriebe zu motivieren“, teilt die Verwaltung mit. Angeboten werde entsprechende Beratung durch die Landwirtschaftskammer etwa zu Fördermöglichkeiten.

Die Stadt hat die Laufzeiten der Pachtverträge gekürzt, um mehr Handlungsfreiheit zu haben. Außerdem existiere ein Stufenkonzept zum Umstieg, das der Rat noch in diesem Jahr beschließen soll.

Von Bernd Haase

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