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Hannover Postbote soll 23 Pakete unterschlagen haben
Nachrichten Hannover Postbote soll 23 Pakete unterschlagen haben
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00:35 12.04.2018
Marin S. (in weißem T-Shirt) soll Pakete an nicht existente Personen ausgeliefert haben. Rechts neben ihm Verteidiger Heiko Friedrich Müller. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 Ein 30-jähriger Auslieferungsfahrer des Postunternehmens DHL steht vor Gericht, weil er 23 Pakete unterschlagen haben soll. Marin S. ist angeklagt, Gegenstände im Wert von 12.262 Euro beiseite geschafft zu haben: Mobiltelefone und Notebooks, Staubsauger, Messerblöcke und Kleidungsstücke. S. war zwischen August 2015 und Oktober 2016 für einen Zustellbezirk in der Südstadt zuständig. Dort soll er laut Anklage zwischen Juni und Oktober 2016 Pakete als zugestellt eingescannt und Unterschriften von angeblichen Kunden gefälscht haben, deren Namen es unter den behaupteten Adressen oft gar nicht gab.

Schuld auf Nachbarn abgewälzt

In der Verhandlung bei Amtsrichter Lars Römermann bestritt der Angeklagte am Montag alle Vorwürfe. Er habe täglich 150 bis 200 Pakete ausliefern müssen, und im Tagesgeschäft bei der DHL würden tagtäglich Sendungen verschwinden. Auch er habe sich gelegentlich gewundert, dass Rückläufer von Adressaten, die er nicht zu Hause angetroffen habe, am nächsten Tag weg waren; erklären könne er sich diesen Paketeschwund aber nicht. Möglicherweise sei ihm Ware aus dem Lieferwagen gestohlen worden, den er beim Abliefern von Päckchen entgegen den Vorschriften nicht abgeschlossen habe. Die angeblich von ihm gefälschten Unterschriften stammten eventuell von Nachbarn, die ein Paket angenommen und es sich dann unter den Nagel gerissen hätten.

Das Bild, das kurz darauf ein DHL-Security-Mitarbeiter zeichnete, warf ein anderes Licht auf Marin S. In seinem Zustellbezirk zwischen Simrockstraße und Stresemannallee sei es zu einer Häufung von Verlustmeldungen gekommen; aufgefallen war dies zurerst einem Versandhändler, der seine Rechnungen nicht loswurde. Als Lieferadressen waren beispielsweise die St.-Ursula-Schule oder ein Studentenwohnheim in der Mendelssohnstraße angegeben, wo die behaupteten Namen der Abnehmer von Besteckset und Bügeleisen gänzlich unbekannt waren. Bei den verschwundenen Päckchen habe es sich immer um Nachnahme-Sendungen von relativ hohem Wert gehandelt, so der Post-Ermittler.

Verfahren geht weiter

Ein Polizeibeamter sagte aus, dass sogar in den Sommerferien ein Paket an das St.-Ursula-Gymnasium adressiert worden sei. Und der Richter verwies darauf, dass S. ein Päckchen laut Ermittlungsakten zweimal an die gleiche Anschrift geliefert habe – was ja wohl ein Ding der Unmöglichkeit sei. 

Weil Verteidiger Heiko Friedrich Müller darauf bestand, noch einen bislang nicht geladenen Zeugen zu hören, wird der Prozess am 27. April fortgesetzt. Wahrscheinlich wird der Angeklagte dann noch einmal darauf hinweisen, dass man in seiner Wohnung kein Diebesgut fand und er schon allein aus diesem Grund unschuldig sei. Doch gibt es natürlich mannigfaltige Möglichkeiten, Päckchen verschwinden zu lassen. Und denkbar ist auch, dass es – sollte S. schuldig sein – Mittäter gab.

Von Michael Zgoll

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