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Hannover Eignet sich der Weißekreuzplatz fürs Public Viewing?
Nachrichten Hannover Eignet sich der Weißekreuzplatz fürs Public Viewing?
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00:17 12.04.2018
Auf dem Weißekreuzplatz soll zur Fußball WM ein Public Viewing stattfinden – manche Anwohner und Ratspolitiker halten das für keine gute Idee. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

 Die geplante Public-Viewing-Veranstaltung auf dem Weißekreuzplatz in der Oststadt gerät in die Kritik. FDP und CDU halten den von Wohnhäusern eingerahmten Platz nicht geeignet für WM-Feiern mit mehreren Tausend Besuchern. Die FDP bereitet für die nächste Sitzung des Bezirksrats Mitte einen Dringlichkeitsantrag vor, der die Stadtverwaltung auffordert, einen alternativen Standort für das gemeinsame Fußballschauen zu finden. Unterstützung bekommen die Liberalen von der Rats-CDU. In der Anwohnerschaft gehen die Meinungen auseinander. Manche sehen das Public Viewing als Möglichkeit, den von der Trinkerszene okupierten Platz neu zu beleben.

Eine private Firma, hinter der unter anderem der hannoversche Gastronom Winfried Kirchner steht,  will auf dem Weißekreuzplatz Public Viewing für 2000 bis 3000 Besucher ausrichten. Ein mindestens zwölf Quadratmeter großer Videomonitor soll gegenüber dem Kulturzentrum Pavillon aufgebaut werden, Tische und Bänke sollen für Biergartenatmosphäre sorgen. Nur die Spiele der deutschen Mannschaft sowie die Viertelfinal, Halbfinal- und Finalpartien sollen gezeigt werden. Noch ist das Spektakel nicht genehmigt. „Ein Antrag liegt bisher nicht vor“, sagt ein Stadtsprecher. 

Das Areal hinter dem Raschplatz-Pavillon hat unruhige Zeiten hinter sich. Sudanesische Flüchtlinge hatten zwei Jahre lang ein Protestcamp auf dem Weißekreuzplatz errichtet, um gegen die deutsche Asylpolitik zu demonstrieren. Am Ende wurde das Zeltlager von der Polizei geräumt. Danach hat sich eine Trinkerszene auf dem Platz festgesetzt. Anwohner schlugen in einer Bezirksratssitzung Alarm, weil sie den Lärm der Zecher nicht mehr hinnehmen wollten. Jetzt soll der städtische Ordnungsdienst ein Auge auf den Weißekreuzplatz werfen. Anwohner berichten, dass sich die Lage noch nicht beruhigt hat. Zu Frühlingsbeginn gebe es wieder Gekreische und Musikbeschallung auf dem Platz.

Vor diesem Hintergrund hält es die FDP für verfehlt, ein „trinkfreudiges Ereignis“ wie eine öffentliche WM-Feier auf dem Weißekreuzplatz zu organisieren. „Das tut dem Platz nicht gut“, meint FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke, zugleich stellvertretender Bezirksbürgermeister in Mitte. Zudem sei der Platz von Wohnhäusern umgeben. Abendspiele mit anchließenden Feiern bescherten den Anwohnern kurze Nächte. Das sieht auch die CDU so. „Die Stadt muss prüfen, wie hoch die Lärmbelästigung ausfällt“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Er erinnert daran, dass die Stadt eine mögliche Wohnbebauung des benachbarten Andreas-Hermes-Platzes aus Lärmschutzgründen verworfen hat. Blaschzyk schlägt andere Plätze fürs Public Viewing vor: Den Steintorplatz, die Goseriede, den Trammplatz. „Letzterer hat den Vorteil, dass dort alle nötigen Leitungsanschlüsse installiert sind.“

Die Meinungen der Weißekreuzplatz-Anwohner zur geplanten WM-Feier vor ihrer Haustür sind geteilt. Gunda Pollok Jabbi, Anwohnerin und Mitglied im Bezirksrat, sieht ein Pbulic Viewing skeptisch. „Das ist ein netter Ansatz, aber hier ist es ohnehin ziemlich trubelig“, sagt Pollok-Jabbi. Wenn Fußballfans bis in den späten Abend hinein feiern, finden Kinder nicht in den Schlaf. Anwohner Holger Jongen bleibt gelassen. „Lärm gibt es sowieso auf dem Platz,  aber wenn hier eine Veranstaltung organisiert wird, haben wir endlich Sicherheitspersonal“, sagt er. Silke Walter,  Inhaberin einer Apotheke am Weißekreuzplatz, begrüßt die WM-Feier. „Das ist eine sehr schöne Idee. Je mehr auf dem Platz veranstaltet wird, desto weniger wird der Ort nur von einer einzigen Gruppe bespielt“, sagt sie im Hinblick auf die Trinkerszene. Auch die Händler auf der Lister Meile freuen sich auf das Ereignis wünschen sich aber, dass alles in geordneten Bahnen verläuft. „Wir müssen auch daran denken, dass es sich um ein Wohngebiet handelt“, sagt Dirk Eberitzsch, Vorsitzender der Aktion Lister Meile.

Von Andreas Schinkel

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