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Hannover Razzia bei 96-Ultras
Nachrichten Hannover Razzia bei 96-Ultras
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17:26 11.04.2018
Bei einer Razzia gegen Ultras durchsuchte die Polizei am Morgen auch ein Haus in Linden. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

 Ein Großaufgebot der Bundespolizei hat am Mittwochmorgen mehrere Wohnungen in Hannover durchsucht – unter anderem in der Pestalozzistraße. Der Einsatz richtet sich gegen drei Mitglieder der Gruppen „Rising Boys Hannover“ und „Hannover Nice Guys“  – zwei Zusammenschlüssen von 96-Ultras. Die Razzia steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen, die vor rund einem Jahr ihren Anfang genommen haben. „Daraus haben sich jetzt die neuen Verdachtsfälle ergeben“, sagt Bundespolizeisprecher Martin Ackert.

Allen Beschuldigten wird Sachbeschädigung durch Farbschmierereien zur Last gelegt. Nach Angaben der Bundespolizei haben Mitglieder der beiden Fangruppierungenallein im Jahr 2016  in 59 Fällen einen Schaden von rund 120 000 Euro angerichtet. Unterstützt wurden die Beamten vom Ordnungsamt der Stadt, vom Zoll sowie von zwei Spürhunden. In der Pestalozzistraße durchsuchten sie auch ein Auto. Die Beamten beschlagnahmten Farbspraydosen, diverse Speichermedien, Pyrotechnik und Drogen. Wann mit einer ersten Auswertung der beschlagnahmten Gegenstände zu rechnen ist, ist noch unklar.

Die Ermittlungen gegen die Gruppierung waren in Gang gekommen, nachdem die  Ultras im vergangenen Jahr ein etwa 20-minütiges Video veröffentlicht hatten. In dem Film ist zu sehen, wie Mitglieder der Rising Boys verschiedene S-Bahnen und Regionalzüge, Lärmschutzwände und Mauern mit ihren Graffiti beschmieren – unter anderem an der Stadtbahnhaltestelle Markthalle und am Hauptbahnhof. Maskiert sind die Täter mit selbst gemachten Sturmhauben. An einen Zug sprühen sie das Wort „Farbhippies“, wobei die Buchstaben RBH (für Rising Boys Hannover) besonders hervorgehoben werden. Der Deutschen Bahn entsteht in Niedersachsen eigenen Angaben zufolge durch Farbschmierereien jährlich ein Schaden von mehreren Millionen Euro. Insgesamt richten sich die ermittlungen jetzt gegen 15 Personen.

Die Fanhilfe Hannover kritisierte in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahmen die neuerlichen Durchsuchungen. Allem Anschein nach versuche die Bundespolizei dem durch sich selbst erzeugten Ermittlungsdruck, infolge des medienwirksamen Auftretens, gerecht zu werden. „Es ist mittlerweile nicht unüblich, dass Ermittlungebehörden in Niedersachsen mit Kanonen auf Spatzen schießen“, erklärte ein Sprecher der Fanhilfe.

Auch Rechtsanwalt Andreas Hüttl, der einige der Betroffenen vertritt, zeigte sich über das Vorgehen der Behörden verwundert. „Das Bundesverfassungsgericht hat noch nicht über unsere Beschwerde über die erste Durchsuchungsaktion entschieden, da erfolgt bereits eine nahezu gleich gelagerte Aktion“, sagt der Strafverteidiger. Erstaunt war der Jurist auch von der Erklärung der Bundespolizei. „Von einer angeblichen Ultra-Gruppierung namens Hannover Nice Guys habe ich noch nie gehört – und ich meine mich einigermaßen auszukennen“, sagt Hüttel weiter. 

Von Tobias Morchner

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