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Hannover Restaurant Der Zauberlehrling schließt Ende Mai
Nachrichten Hannover Restaurant Der Zauberlehrling schließt Ende Mai
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00:18 02.02.2018
Abschied vom Zauberlehrling: Roderick von Berlepsch gibt sein Restaurant auf.  Quelle: Dröse
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Hannover

  Auf der Internetseite stehen noch Stellenangebote für einen Koch und eine Restaurantfachkraft. Doch die Jobs werden nicht mehr besetzt. Stattdessen müssen zwölf Mitarbeiter gehen. Ende Mai schließt das Restaurant Der Zauberlehrling, das Inhaber Roderick von Berlepsch im September 2011 an der Geibelstraße eröffnet hat – mit dem Anspruch, gehobene deutsch-niedersächsische Küche im stilvollen Ambiente zu servieren. Nun muss er einräumen, dass er mit diesem Anspruch gescheitert ist. „Es war ein Zuschussgeschäft“, sagt er. „Die Kosten sind ins Unendliche gestiegen, das war nicht mehr zu bezahlen.“

Viel investiert hat er in sein Projekt ohnehin. Für rund 2,35 Millionen Euro ließ von Berlepsch, der auch in der Immobilenbranche aktiv ist, das markante Wohnhaus an der Ecke Geibelstraße/Ecke Alte Döhrener Straße errichten, in dessen Erdgeschoss das edel-modern eingerichtete Restaurant zu finden ist. Mit einem üppig ausgestatteten, auf regelmäßige Verköstigungen ausgelegten Weinkeller und einer Raucherlounge samt Whiskyauswahl, schweren Ledersesseln und prasselndem Kaminfeuer wollte er auch Genuss-Akzente setzen, die über das rein gastronomische Angebot hinausgehen. Hinzu kam Ende 2013 eine Kochschule. „Ein solches kombiniertes Angebot ist in Hannover einzigartig“, sagt er. 

Trotzdem gibt er auf. Am mangelnden Zuspruch der Gäste habe es nicht gelegen, versichert der Chef. „Das Restaurant war immer voll.“ Doch im Laufe der Jahre habe sich das Speisenangebot mit wechselnden Küchenchefs vom Rustikal-Erlesenen immer mehr ins Exklusive gewandelt. So steht aktuell etwa ein siebengängiges Gourmet-Menü mit Sylter Austern, Hirschrücken, Trüffel-Lasagne und Kalbsmarkspraliné für 110 Euro auf der Karte. Mit der Rückkehr von Koch Viktor Rundau habe sich das Konzept letztlich in Richtung Sterne-Gastronomie entwickelt, meint von Berlepsch. Die Produkte wurden teurer, die Zubereitung aufwendiger. Gleichwohl habe man zu bezahlbaren Preisen Portionen anbieten wollen, die satt machen. Das alles auf einmal sei leider nicht mehr möglich gewesen.

„Ein eigenes Restaurant war immer mein Traum“, sagt von Berlepsch, der zuvor die Bar im Neuen Theater geleitet hatte, das wiederum sein verstorbener Vater James von Berlepsch über Jahre prägte. Nun gibt der 41-Jährige seinen Traum auf. Das anspruchsvolle Konzept wieder abzuspecken, sei nicht der richtige Weg, findet er. Im Zusammenhang mit der Schließung spricht er dann auch noch von „Hintergründen, die nicht in die Öffentlicheit gehören“.

„Ich muss jetzt erst mal zu mir finden ganz neu überlegen“, erklärt der Gastronom.  Die Restauranträume sind sind Eigentum. Ob sich jemand findet, der sie übernimmt, ist offen. Möglicherweise könnten ein oder zwei der zwölf Zauberlehrling-Mitarbeiter für ein anderes Projekt übernommen werden, sagt von Berlepsch, ohne konkreter zu werden. Ausschließen will er auch nicht, dass er selbst wieder mit einer neuen gastronomischen Idee an den Start geht. Unter zeitlichen Druck setzt er sich jedenfalls nicht. Auch für die 10 000 Weinflaschen im Keller müsse keine schnelle Lösung gefunden werden: „Die haben alle eine Lagerdauer von zehn bis 20 Jahren.“ 

Von Juliane Kaune

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