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Hannover Rollendes Auto verletzt Angestellten in Waschanlage
Nachrichten Hannover Rollendes Auto verletzt Angestellten in Waschanlage
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20:17 23.04.2018
Der Angeklagte wurde am Amtsgericht Hannover wegen zwei Straftaten verurteilt. Quelle: Michael Zgoll
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Hannover

Er vergaß eine Kleinigkeit – und fügte einem Arbeitskollegen aufgrund dieser Unachtsamkeit eine langwierige Verletzung zu. Der Hebel des VW Golf mit Automatik-Getriebe, den Nikolaj B. am 5. Juli 2017 zur Mittagszeit in die Waschanlage gefahren hatte, stand noch auf D (für Drive), nicht auf P (für Parken). Der 28-Jährige stieg aus, der Wagen rollte los – und klemmte einen 59-Jährigen ein, der ebenso wie er selbst mit der Aufbereitung von Fahrzeugen befasst war.

Das Amtsgericht verurteilte B. am Dienstag wegen fahrlässiger Körperverletzung. Hinzu kam die Bestrafung für eine Trunkenheitsfahrt auf der Vahrenwalder Straße, sodass der Angeklagte nun eine Geldstrafe von insgesamt 40 Tagessätzen à 30 Euro zahlen muss. Außerdem wird ihm seine Fahrerlaubnis noch weitere fünf Monate vorenthalten, zusätzlich zu den bereits verstrichenen sieben Monaten.

Linkes Knie gequetscht

Der Unfall hatte sich in der Waschanlage eines Autohauses in Großburgwedel ereignet. Nach eigenem Bekunden war B. schon vier Jahre mit dem Vor- und Aufbereiten von Fahrzeugen beschäftigt. Doch dass Routine nicht vor Leichtsinn schützt, zeigte sich an jenem Mittwoch im Juli 2017. Als der Fahrer registrierte, dass sein Kollege zwischen dem Golf und einem VW Tiguan eingeklemmt war, sprang B. sofort in seinen Wagen und setzte zurück. Das Opfer, das das Heck des Tiguan mit einer Waschbürste bearbeitet hatte, war auf die Fliesen gestürzt. Heute kann sich der 59-Jährige, der im vergangenen Sommer drei Wochen krankgeschrieben war, nicht mehr an das Unglück erinnern. Allerdings laboriert er immer noch an den Spätfolgen der Quetschung seines linken Knies, hat Schwierigkeiten, bestimmte Bewegungen auszuführen.

Amtsrichter Michael Stüber folgte den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, die ebenfalls eine Geldstrafe von 1200 Euro für angemessen hielten. Stüber hielt dem bislang nicht vorbestraften Angeklagten zugute, dass er beide Taten – auch die nächtliche Trunkenheitsfahrt mit 1,62 Promille – ohne Umschweife eingeräumt und sich einsichtig gezeigt hatte. „Das Trinken hat mich immer wieder in Schwierigkeiten gebracht“, erklärte B., „ich lasse das jetzt sein.“

Von Michael Zgoll

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