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Hannover Helfen Anwohnerparkzonen gegen Platznot?
Nachrichten Hannover Helfen Anwohnerparkzonen gegen Platznot?
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00:19 08.11.2018
Blick in die "zugeparkte" Oskar-Winter-Straße im Stadtteil List. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Immer mehr Autos kurven durch Hannover, in dicht besiedelten Stadtteilen wie List, Oststadt und Südstadt wächst die Parkplatznot. Das Mehrheitsbündnis im Rat (SPD, Grüne, FDP) fordert die Stadtverwaltung auf, mehr Anwohnerparkzonen zu schaffen. „Besucher sollten vornehmlich Parkhäuser aufsuchen“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. In den betroffenen Stadtteilen trifft der Vorschlag auf ein geteiltes Echo. Während sich Bezirksratspolitiker in der List seit Jahren Bewohnerparkzonen wünschen, bleiben die Südstädter skeptisch. „Anwohnerplätze schaffen keinen neuen Parkraum“, sagt Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne (SPD).

Bisher hat die Stadtverwaltung vier Anwohnerparkzonen im Innenstadt-Bereich ausgewiesen: Im Bereich Altstadt/Köbelinger Viertel, Nikolaiviertel, Gerberviertel und Körnerviertel. In den Quartieren sind es immer einzelne Straßen und Straßenabschnitte, die zu Bewohnerparkzonen erklärt werden, etwa die Burgstraße in der Altstadt und die Straße Am Klagesmarkt Nummer 7a bis 12. Die meisten Straßen mit Bewohnerparkzonen befinden sich im Bereich Altstadt/Köbelinger Viertel. Um eine neue Zone einzurichten, ist ein Ratsbeschluss nötig. Anwohner der ausgewiesenen Zonen können sich Parkausweise beim Bürgeramt am Aegidientorplatz besorgen. Die Preise betragen 15,30 Euro für ein halbes Jahr, 30,70 Euro für ein Jahr und 61,40 Euro für zwei Jahre.

Ziel der Mehrheitsfraktionen im Rat ist es, mehr Autofahrer in die Parkhäuser zu lotsen und die Plätze am Straßenrand für Anwohner zu reservieren. Tatsächlich kritisieren Anwohner des Zooviertels, dass Besucher des Tierparks oft lange durch enge Straßen kurven auf der Suche nach kostenlosen Flächen am Straßenrand. Ähnliches gelte für Besucher von Veranstaltungen im Congresszentrum. Das Parkhaus in der Schackstraße aber, eigens für Konzert- und Zoobesucher errichtet, hat trotz günstiger Tarife oft noch viele freie Plätze.

Im Bezirksrat Vahrenwald-List wird der Vorstoß aus dem Rat begrüßt. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren mehrere Anträge auf Anwohnerparkzonen gestellt, und stets wurden sie von der Verwaltung abgelehnt“, sagt Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann (SPD). Zuletzt erteilte die Stadt der Forderung ein Absage, an der Oskar-Winter-Straße eine Parkzone für Bewohner einzurichten, angeblich weil eine „kleinflächige Zone in einzelnen Straßen nicht zielführend“ sei. „Die Meinung der Verwaltung spiegelt nicht den Bürgerwillen wider“, meint SPD-Fraktionschef Bruno Gill.

Anders in der Südstadt, wo der Parkraum stets knapp ist. „Die Parkplatznöte werden durch Anwohnerzonen nicht gemildert“, meint Bezirksbürgermeister Pollähne. Denn dadurch werde kein zusätzlicher Raum geschaffen. Zudem lehre die Erfahrung, dass Anwohnerplätze oft widerrechtlich von anderen Autofahrern belegt werden. „Der Stadtteilbewohner muss sich dann darum kümmern, wie sein Platz wieder frei wird“, sagt Pollähne. In der Südstadt soll dem Vernehmen nach demnächst neuer Parkraum entstehen, durch den Bau einer Tiefgarage.

Von Andreas Schinkel

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