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Hannover Salafisten verschicken Islam-Botschaften via SMS
Nachrichten Hannover Salafisten verschicken Islam-Botschaften via SMS
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00:37 06.05.2018
Einige der SMS verweisen auf eine islamische Webseite mit Videos des Salafistenpredigers Ahmad Abul Baraa. Quelle: HAZ
Hannover

 Handynutzer im Raum Hannover bekommen derzeit ungefragt Koran-Werbung auf ihr Mobiltelefon. Hinter der Aktion steckt offenbar eine Salafistengruppe, die per automatisiertem Bot SMS-Botschaften zum Islam verschickt. Der automatisierte Absender gehört offenbar zum umstrittenen Prediger Ahmad Abul Baraa aus Berlin, der auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt bereits zweimal öffentlich auftrat. Zuletzt sprach er im Oktober 2016 im Deutschsprachigen Islamkreis an der Kornstraße.

In mindestens einem Fall erscheint nun die Botschaft „Möge Dich Allah – der Liebevolle – reichlich segnen“ auf dem Handydisplay eines Nutzers in Hannover. Als Absender ist die Nummer 01 51/53 70 23 81 angegeben. Bei Rückrufversuch meldet sich ein vermeintlicher Anrufbeantworter der „Botschaft der Republik Türkei“. Auf Nachfrage via SMS, woher der Absender die Kontaktdaten habe, kommt „Aus dem Telefonbuch“. Andere Geschädigte berichten im Internet auch, ihnen habe der Bot daraufhin „Von Allah“ geantwortet. Auf die Frage, wer der Absender ist, kommt „ein Durchreisender“. Die SMS-Aktion scheint aus dem Umfeld des Salafistenpredigers Ahmad Abul Baraa zu stammen. Offenbar läuft die Masche bereits seit 2016 mit immer wieder abgewandelten Botschaften und Absendernummern.

Der Bot verschickt automatisierte Koran-Botschaften auf die Handys nichtsahnender Nutzer. Quelle: HAZ

Wird häufiger mit dem Bot per SMS kommuniziert, kommt irgendwann ein Link zur Webseite der Salafisten. Dort referiert der Berliner Baraa unter anderem in teils einstündigen Youtube-Videos über das Paradies, die Schönheit des Islams und die Reinigung der eigenen Seele. Laut niedersächsischem Verfassungsschutz unterstütze Baraa eine Gesellschaftsordnung auf Basis von Koran und Sunna und lehne „die westliche Lebensweise, die pluralistische Gesellschaft und das demokratische System“ weitgehend ab. Die Polizei Hannover prüft die aktuelle SMS-Aktion. Sollte sich jemand durch die Nachrichten bedroht fühlen, sollte der Vorfall angezeigt werden.

Allerdings könnte es schwer sein, die Koran-Werbung über Kurznachrichten als strafbare Handlung zu werten. Bereits im Juni 2017 hatte die Polizeiinspektion Leer/Emden vor den Islam-SMS gewarnt. Damals wurden die Empfänger vom fiktiven Emirat Ostfriesland in laut Polizei „berunruhigenden Nachrichten“ zur Konvertierung zum Islam aufgefordert. Die Ermittler bezeichneten die Aktion jedoch als „blanken Unsinn“, allerdings stellte das Verschicken aus Sicht der Beamten letztlich „keine Straftat“ dar.

Von pah

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