Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Geht dem Sprengel Museum das Geld aus?
Nachrichten Hannover Geht dem Sprengel Museum das Geld aus?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 23.04.2018
Im Altbau des Sprengel Museums muss der Brandschutz modernisiert werden. Quelle: Frank Wilde
Hannover

 Im Sprengel Museum stehen wieder Bauarbeiten an - und erneut explodieren die Kosten. Die für diesen Sommer geplante Brandschutzsanierung im Altbau wird mit 11 statt 4 Millionen Euro deutlich teurer als veranschlagt. Das Land Niedersachsen fordert von der Stadtverwaltung Aufklärung über die Gründe. Stadt und Land finanzieren den Museumsbetrieb je zur Hälfte. Ob sich das Land aber  beim Brandschutz an den Kosten beteiligt, ist keineswegs sicher. „Im Hinblick auf die Sicherung des Sprengel Museums als herausragende kulturelle Einrichtung Niedersachsens wird sich das Land nicht seiner Verantwortung entziehen, sofern die Landeshauptstadt die Kosten für die Brandschutzmaßnahmen plausibel darstellen kann und die nötigen Mittel im Landeshaushalt zu Verfügung stehen", sagt Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) der HAZ. Hannovers Stadtverwaltung hält sich bedeckt. Man sei in Gesprächen mit dem Land und werde den Ratsgremien im Mai die Pläne für den Brandschutz vorlegen, sagt ein Stadtsprecher. Aus der CDU-Landtagsfraktion kommt der Vorschlag, dass das Sprengel Museum künftig allein vom Land getragen werden sollte – und sich die Stadt aus dem renommierten Museum zurückzieht.

Bereits bei den Planungen für den Sprengel-Anbau vor einigen Jahren musste die Stadt ihre Kostenkalkulation mehrmals nach oben korrigieren. Ursprünglich war von einem Budget von 25 Millionen Euro die Rede gewesen, am Ende beliefen sich die Kosten auf knapp 36 Millionen Euro. Nun steigen auch die Sanierungskosten für den Altbau. 

Nach Angaben des Ministeriums hat die Stadt Hannover das Land im Dezember 2017 darüber informiert, dass für den Brandschutz voraussichtlich rund 11 Millionen Euro ausgegeben werden müssen. Sieben Millionen Euro mehr als der Finanzbedarf, der im März 2016 ermittelt wurde. Nach Informationen der HAZ könnte ein Grund für die Kostenexplosion darin liegen, dass der Brandschutz im Altbau nicht zusammen mit der Errichtung des Neubautrakts in Angriff genommen wurde. Die Stadt hätte die notwendigen Investitionen in den älteren Gebäudeteilen früher erkennen müssen, heißt es. Eine weitere Erklärung für den Kostenanstieg liegt möglicherweise darin, dass die Stromleitungen im Altbau nicht den neuesten Hochwasserschutzbestimmungen entsprechen. Im Neubau mussten alle Leitungen wasserdicht sein. 

Derweil regt CDU-Landtagsfraktionschef Dirk Toepffer an, die Kultur in Hannover neu zu sortieren. "Wäre es nicht besser, ein international renommiertes Museum wie das Sprengel Museum in eine einzige Hand zu geben?", fragt Toepffer. Toepffer schlägt vor, dass sich die Stadt zurückzieht und das Museum nur noch vom Land getragen wird. "Damit wäre auch eine Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum einfacher", sagt der CDU-Fraktionschef. Wenn die Stadt Hannover ihren Einfluss auf das Sprengel Museum verliert, könne sie im Gegenzug das Staatstheater übernehmen, meint Toepffer. In Oldenburg und Braunschweig seien die Theater komplett in Hand der Kommunen.

Finanziell würde ein solcher Tausch der Stadt zum Nachteil gereichen. Sie bezuschusst das Sprengel Museum jährlich mit etwa drei Millionen Euro. Für das Staatstheater mit seinen diversen Spielstätten und rund 930 Mitarbeitern zahlt das Land jährlich etwa 60 Millionen Euro (aktuell: 62 Millionen Euro). Toepffer räumt ein, dass man dann über einen Landeszuschuss für das Staatstheater reden müsse. 

 

Von Marco Seng und Andreas Schinkel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Was für ein Andrang: Auch in Hannover standen die Menschen am Donnerstag in einer langen Schlange vor der Filale der Bundesbank an, um eine der 5-Euro-Münzen der Sonderprägung mit Kunststoffring zu bekommen.

19.04.2018

Stickoxide sind giftig, Dieselfahrzeuge sind eine der Hauptursachen. Beim HAZ-Forum mit OB Schostok und Minister Lies ging es um Fahrverbote, Kosten und die Zukunft der Mobilität.

22.04.2018

Der 36-jährige Trucker hat gegenüber der Polizei eingeräumt, den Jungen beim Abbiegen nicht bemerkt zu haben. Am Donnerstagabend kamen 50 Personen zu einer spontanen Mahnwache an den Unfallort.

22.04.2018