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Hannover „Festival der Sinne“: Schlägerei landet vor Gericht
Nachrichten Hannover „Festival der Sinne“: Schlägerei landet vor Gericht
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18:43 13.02.2019
Das Verfahren gegen die beiden Angeklagten wurde nach dreieinhalbstündigem Prozess eingestellt. Quelle: dpa
Hannover

Prügelei nach ein paar Drinks zu viel: Vor dem Amtsgericht Hannover haben sich am Mittwoch zwei Brüder verantworten müssen, die zwei Frauen belästigt und bei einer Schlägerei mehrere Kontrahenten verletzt haben sollen. Nach dreieinhalbstündigem Prozess konnte der eigentliche Tathergang jedoch nicht gänzlich geklärt werden, sodass das Verfahren gegen die Zahlung von Geldauflagen einzustellen. Laut Gericht hätte die Strafe allerdings bei klarer Beweislage deutlich schwerer ausfallen können.

Angelo A. (25) wurde vorgeworfen, in der Nacht zum 20. Februar 2018 während des „Festivals der Sinne“ der Gastro-Szene im HCC zunächst zwei junge Frauen gegen ihren Willen angetanzt zu haben. Sein Bruder Vincenzo (27) soll bei der späteren Schlägerei vor dem Gebäude mitgemischt haben. Eine der Angetanzten, die 26-jährige Katrien P., erinnerte sich vor Gericht daran, dass sie und ihre Freundin im Kuppelsaal „in Ruhe gelassen werden wollten“. Drei Freunde seien ihnen zur Seite gesprungen, auf der anderen Seite kam A.s ältester Bruder Lorenzo hinzu. Anfangs habe es nach Angaben des Angeklagten bloß ein „aggressives Gespräch“ gegeben.

Schlägerei auf der Tanzfläche

Doch danach unterschieden sich die Aussagen. Angelo A. gab zu Protokoll, dass P.s Bekannter Nicolas G. seinem Bruder „ins Gesicht geschlagen“ habe. Der 25-Jährige sei daraufhin dazwischen gegangen und setzte sich seinerseits zur Wehr. G. wiederum meinte, er sei zuerst geschlagen worden. Laut seiner Bekannten Katharina B., die zweite Frau auf der Tanzfläche, seien sie zuerst geschubst und angegangen worden. Einigkeit herrschte bloß darüber, dass am Abend Alkohol im Spiel war und alle nach dem Gerangel vom Sicherheitsdienst nach draußen gebracht wurden. Angelo A. hatte laut Gerichtsakten 1,61 Promille.

Und vor dem HCC ging die Prügelei weiter – dieses Mal mit Securitymitarbeitern. Nicolas G. wurde nach eigenen Angaben gegen den Kopf geschlagen: „An mehr kann ich mich nicht erinnern.“ Außerdem meinten mehrere Zeugen und Sicherheitsmann Karl O., dass Vincenzo A. dem 51-Jährigen ins Gesicht geschlagen habe. Sein Bruder Angelo verpasste Katrien P. möglicherweise eine Backpfeife. Nach eigener Darstellung habe er sie dann aber „aus Versehen gehauen“, als er stürzte und mit den Armen ruderte. Vincenzo wiederum sei nach dem Faustschlag weggelaufen und musste von einem Securitymann aufgehalten werden. Erst die Polizei konnte den Tumult befrieden.

Verfahren eingestellt

Da aber alle Beteiligten nicht mehr so genau wussten, wer wen wann geschlagen oder wem auf der Tanzfläche zu nahe kam, einigten sich Verteidiger, Staatsanwältin und Richterin letztlich auf die Einstellung des Verfahrens. Vincenzo A. muss 300 Euro ans Männerbüro zahlen, sein jüngerer Bruder 500 Euro an Nicolas G. Diese milde Strafe sei laut Richterin Wiebke Gratz einzig darauf zurückzuführen, „dass sich der eigentlich schwere Vorwurf nicht erhärtet hat“. Die Angeklagten seien „noch mal so davongekommen“.

Von Peer Hellerling

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