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Hannover Hilft der Slogan „Hannover stromert“ E-Autos zu fördern?
Nachrichten Hannover Hilft der Slogan „Hannover stromert“ E-Autos zu fördern?
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14:14 23.02.2018
"Hannover stromert" heißt die Kampagne, die Oberbürgermeister Stefan Schostok am Montag präsentierte. Quelle: Bernd Haase
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Hannover

 Derzeit sind in Hannover unter rund 314.000 angemeldeten Fahrzeugen ganze 800 Elektro- sowie weitere 300 Hybridautos. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der Stromer auf 6000 steigen. Um die Marke zu erreichen, hat die Stadt einen Maßnahmenkatalog mit 37 Punkten ausgearbeitet, den Oberbürgermeister Stefan Schostok und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette am Montag präsentierten. Bestandteil ist eine Öffentlichkeitskampagne mit dem Slogan „Hannover stromert“ samt entsprechendem Logo.

Nicht alles ist taufrisch

Die Zahl 6000 orientiert sich an den Vorgaben der Bundesregierung und entspräche einem Anteil von zwei Prozent unter den zugelassenen Autos. „Das Ziel ist ambitioniert, wenn man bedenkt, dass es innerhalb von knapp zwei Jahren erreicht werden soll“, erklärte Schostok.

Der Katalog ist in die drei Kapitel „Fahren und Laden“, „Stadtverwaltung als Vorbild“ und „Bewusstsein schaffen“ gegliedert; zu Letzterem gehört die Kampagne. Tegtmeyer-Dette räumte ein, dass einige Punkte nicht mehr taufrisch sind, weil sie entweder schon umgesetzt werden oder konkrete Planungen existieren. „Aufgabe der Stadt ist nicht die direkte Förderung von E-Autos. Wir können aber günstige Rahmenbedingungen schaffen“, erklärte die Dezernentin.

Weil ein brauchbares Netz an Ladestationen im öffentlichen Raum als Schlüssel für Erfolg in Sachen Elektromobilität gilt, plant die Stadt 240 zusätzliche Exemplare im öffentlichen Raum. Die seit 2016 befristet geltende Parkgebührenbefreiung für Elektrofahrzeuge soll bestehen bleiben. Die Taxiflotte in Hannover würde die Stadt gern unter Strom stellen, Tegtemeyer-Dette bezeichnet das aber als Herausforderung. Im Prüfstadium befindet sich die Idee, zusammen mit einem privaten Anbieter einen Verleihservice mit 500 Elektrofahrrädern aufzuziehen. Das Zieldatum lautet frühestens 2019.

Entscheidungsträger werden zu E-Pferdchen geschult

Eine Vorbildrolle will die Stadt wahrnehmen, indem sie in den kommenden beiden Jahren 50 Elektroautos für den eigenen Fuhrpark anschafft. Zur Finanzierung hat sie Zuschüsse in Höhe von 830.000 Euro beim Bund beantragt. Die Flotte ihrer Beteiligungsgesellschaften nimmt sie ebenfalls unter die Lupe.

Zum Kapitel „Vorbild sein“ zählt ferner der Programmpunkt „Schulung E-Pferdchen“, der die Umsetzungsphase erreicht hat. „Entscheidungsträger erhalten eine Fortbildung, in der das Fahren mit Elektrofahrzeugen kompetent vermittelt wird“, heißt es zur Erläuterung. Zweck sei das spätere „Vermitteln von Akzeptanz und Wissen durch Information und Erfahrung“. Als potenzielle E-Pferdchen-Schüler hat die Stadt Mitglieder des Rates und der Bezirksräte sowie Verwaltungsmitarbeiter mit Multiplikatorenrolle ausgeguckt.

Kein schneller Beitrag für bessere Luft

Elektromobilität gilt als Mittel, die Luftbelastung in den Städten zu senken. Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette warnt aber davor, von Förderprogrammen schnelle Beiträge für sauberere Luft zu erwarten. „Elektromobilität ist allein nicht in der Lage, das Problem zu lösen“, betont sie. Es handele sich bei ihr um einen Baustein, der sukzessive entsprechende Beiträge leisten könne. Die Luftreinhaltung ist aktuell heftig in der Diskussion, weil am Donnerstag ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erwartet wird, das Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zur Folge haben könnte. 

Oberbürgermeister Stefan Schostok sagt, es gehe der Stadt mit dem Maßnahmenkatalog nicht nur um bessere Luft, sondern auch um Lärmschutz und um die Lebensqualität insgesamt. „Wenn wir keine Mobilitätswende schaffen, ist die Attraktivität der Städte bedroht“, macht er deutlich. Da diese auch in Konkurrenz zueinander stünden, gehe es sich letztendlich um eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit.

Von Bernd Haase

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