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Hannover Stadt will Regiobusse in der City umleiten
Nachrichten Hannover Stadt will Regiobusse in der City umleiten
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00:18 02.02.2018
Haltestellen für die Busse gibt es schon. Die Stadt würde sie gern wieder entfernen lassen.  Quelle: Haase
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Hannover

  Seit die Bauarbeiten für die oberirdische Stadtbahnstrecke in der City laufen, fahren die Sprinter der einen anderen Weg zum Zentralen Omnibusbahnhof als zuvor. Die Busse, die Umlandkommunen mit der Landeshauptstadt verbinden, nehmen  jetzt statt dem Weg über Steintor, Kurt-Schumacher-Straße und Lister Meile denjenigen über Friedrichswall, Aegi, Schiffgraben und Berliner Allee. Die Stadt sieht darin eine Dauerlösung. „Die Umleitung hat funktioniert und umfährt den störungsanfälligen Bereich im Zentrum. Es geht um eine Optimierung“, teilte sie jetzt im Bezirksrat Mitte mit. 

Die für den Bus- und Bahnverkehr zuständige Region überarbeitet gerade die Busverbindungen. In einer Stellungnahme benutzt die Stadt im Zusammenhang mit den Sprintern das Wort Forderung. Dahinter dürfte auch die Sorge stecken, der Straßenzug zwischen Steintor und Raschplatz könne das Nebeneinander von Bahnen, Bussen, Autos, Fahrradfahrern und Fußgängern nicht verkraften. Laut einem Verkehrsgutachten, dass die Region im Zusammenhang mit dem Stadtbahnbau durch das Büro SHP erstellen ließ, soll es nicht zum Kollaps kommen.

Die Region sieht die Dinge deshalb anders: „Die städtische Forderung passt nicht zu den umweltpolitischen Zielen. Wir müssen die von den Fahrgästen sehr gut angenommenen Schnellverbindungen weiter ausbauen und nicht kappen“, sagt Regionspräsident Hauke Jagau. Die Regiobus sagt vor dem Hintergrund der politischen Gemengelage nichts. Bekannt ist aber, dass die Sprinter die Buslinien mit dem höchsten Fahrgastaufkommen sind – vor allem dann, wenn sie durch die City führen.

Von Optimierungen, von denen die Stadt redet, könne keine Rede sein, meint Jens Pielawa, der mit der Initiative Pro-D-Tunnel den oberirdischen Stadtbahnbau und seine Konsequenzen seit Jahren bekämpft: „Fahrgäste der Regiobus sollen künftig am Stadtrand abgekippt werden.“ Die Cityring-Route bedeute für die Sprinter einen mit Mehrkosten verbundenen Umweg von 1,5 Kilometern. Außerdem seien sechs Ampelkreuzungen zu überqueren – jede mit Staupotenzial im Berufsverkehr. Pielawa sieht in der Forderung der Stadt eine „unterschwellige Kapitulation vor der real geschaffenen Verkehrssituation.“

Entscheiden muss die Regionsversammlung am 6. März. Dann steht auch fest, ob die neuen Bushaltestellen in der Kurt-Schumacher-Straße dereinst gebraucht werden. Gebaut sind sie schon.

Von Bernd Haase

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