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Hannover Das sind die beliebtesten Bücher in der Stadtbibliothek
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14:14 23.02.2018
Leiterin Carola Schelle-Wolff, neben einem Teil der rund eine Million Medien der Stadtbibliotheken.  Quelle: Villegas
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Hannover

 Gehen zwei junge Männer, Typ bildungsferne Machos,  an der Stadtbibliothek vorbei, wo schon zwei Dutzend Menschen auf Einlass warten. Ruft der eine seinem Kumpel zu: „Ey, da gibts was umsonst!“ Hört sich an wie ausgedacht, ist aber vor ein paar Wochen so passiert. Der Witz ist ja, dass es tatsächlich alles fast umsonst gibt in der Bücherei, und wer es gut meint mit den zwei Männern hält ihnen zugute, dass sie es wussten. Die Stadtbüchereien sind ähnlich wie das Internet, für junge Leser gibt es hier alles kostenfrei. 

 

Die Stadtbibliothek ist mit ihren angeschlossenen Büchereien in den Stadtteilen ein Angebot, das besonders für junge Menschen seinen Reiz hat. 71.000 Mitglieder haben einen Bibliotheksausweis, fast die Hälfte ist unter 18 Jahre alt. Das mag auch daran liegen, dass Leiterin Carola Schelle-Wolff Wert darauf legt, den Stoff zu den jungen Leuten zu bringen. In einer Rückschau auf das vergangene Jahr erzählt am Montag von 3500 Veranstaltungen, die alle Büchereien gemeinsam für Kinder und Jugendliche organisierten: „Wir wollen damit zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen.“ 

Allen hannoverschen Grundschulen und Kitas ist eine Stadtteilbücherei zugeordnet. Das Angebot ist, dass jeder Schüler mindestens zwei Mal während seiner Grundschulzeit gezeigt bekommt, wie man sich in einer Bibliothek orientiert. Klassen können sich Bücherpakete zu verschiendenen Themen zusammen stellen lassen. Eine Studie zeigt, dass solche Förderung dringend nötig ist. Danach können  19 Prozent aller Grundschüler am Ende der vierten Klasse den Zusammenhang eines Textes nicht verstehen, Bildungserfolg hängt dieser IGLU-Untersuchung von 2016 hierzulande weiterhin stark von der sozialen Herkunft ab. 

Ein Experiment der Stadtbibliothek scheint dagegen einen guten Anfang zu nehmen. Im Lister Podbi-Park ist die Bücherei länger geöffnet als Personal anwesend. Bücher entleihen oder zurück geben, Zeitschriften lesen, das ist nun meist bis 20 Uhr möglich, allerdings mit beträchtlichem Aufwand. „Kameras, elektronischer Türöffner, Lichtschranke, Lichtsteuerung und automatische Durchsagen sind nötig, so etwas geht nur, wenn ein Umbau geplant ist“, sagt Schelle-Wolff. Im Jahresetat von 12 Millionen Euro, aus dem auch 165 Stellen bezahlt werden, ist dies ein zweites Mal vorerst nicht geplant. Insgesamt sind die Büchereien im Stadtgebiet dennoch 42 Stunden länger geöffnet als bisher, es sind jetzt 546 Stunden pro Wochen.

Ohnehin muss man in keine Bücherei, um etwas auszuleihen. Nutzer leihen immer mehr digitale Medien aus, besonders E-Books werden beliebter. Im vergangenen Jahr registrierte die Stadtbibliothek insgesamt 4,38 Millionen Ausleihen und Downloads von Medien, darunter auch aus Datenbanken. Möglich ist es auch, Zeitschriften zu hause auf seinem Computer zu lesen. Dieses Angebot ist jedoch mitunter begrenzt, „wegen der hohen Lizenzgebühren“, erläutert Schelle-Wolff. Deshalb kann es passieren, dass man ein Medium nur eine Stunde lang lesen darf, und auch nur, wenn nicht gleichzeitig bereits ein anderer Leser dafür angemeldet ist. 

Letzte Zahlen zum Schluss. Im vergangenen Jahr kaufte die Stadtbibliothek für 1,3 Millionen Euro 83.000 neue Medien. Die gleiche Menge fliegt aus dem Programm. Man wolle die Büchereien nicht mit Dingen vollstellen, die nicht mehr gefragt seien, sagt Schelle-Wolff, lieber schaffe man Raum für Arbeitsplätze. Eins unterscheidet sich nicht von vergangenen Jahren: „Lesen bleibt unser wichtigstes Geschäft. Lesen ist die wichtigste Kulturkompetenz.“ Und recht günstig zu haben. Nicht umsonst, aber pro Jahr für 24 Euro, mit Rabatt für Auszubildende und finanziell schwache Menschen. Nutzer bis zum 20. Lebensjahr zahlen nichts. 

Von Gunnar Menkens

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