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Hannover Hannovers musikalisches Trainingszentrum feiert Jubiläum
Nachrichten Hannover Hannovers musikalisches Trainingszentrum feiert Jubiläum
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00:40 13.04.2018
Kleiner Rahmen: Andreas Burckhardt im Probe- und Konzertraum der Tonhalle. Quelle: Uwe Janssen
Hannover

 Andreas Burckhardt hat viel zu tun im Moment. Am Wochenende begeht die Tonhalle ein Jubiläum. Ein kleines zwar, aber die vergangenen fünf Jahre waren für das ziemlich gut versteckte flache, weiße Gebäude in zweiter Reihe am Königsworther Platz doch eine ziemlich ereignisreiche Zeit, und nicht jeder hatte dem kleinen Jazzhaus überhaupt eine so lange Lebensdauer prognostiziert. Ein Haus, das sich „musikalisches Trainingszentrum“ nennt und Üben unter Anleitung anbietet, organisiert als Verein, finanziert durch Mitglieds- und Unterrichtsbeiträge. Burckhardt, selbst Saxofonist, ist Vorsitzender. 

 Dazu gibt es Konzerte – in sehr kleiner Runde. Dass der Verein den Jubiläumsabend am kommenden Sonnabend in die Markuskirche in der List verlegt, ist eines der Hindernisse, mit denen die Tonhalle sich zu arrangieren hat: Sie hat kaum Platz. Manche private Wohnzimmer sind größer als der zentrale Raum, und wenn eine Band spielt und vielleicht noch den Konzertflügel nutzt, bleibt vielleicht noch Platz für 40, 50 Zuschauer. Wenn wie Sonnabend so prominente Gäste wie der Trompeter Markus Stockhausen und Pianist Florian Weber kommen, muss Burckhardt eben umziehen.

Die Tonhalle Hannover Quelle: HAZ-Archiv

 Der Vereinsvorsitzende blickt einerseits auf eine erfolgreiche Arbeit zurück, die mittlerweile 110 Vereinsmitglieder seien weit mehr als er erwartet habe, sagt er. Andererseits geht sein Blick nach vorn. Er sucht. Einen Ort für Jazz. Ein „House of Music“ mit musikalischem Coworking, Gastronomie und einem guten Konzertprogramm, ein Begegnungsort mit Synergieeffekten nach dem Beispiel des Kreativpools Hafven in der Nordstadt, vielleicht ein Geldgeber mit einer ebensolchen Idee - das stellt er sich vor, und das findet er in einer Stadt von der Größe Hannovers, die zudem Kulturhauptstadt werden will, auch angemessen. „Es steht im Konzept für die Bewerbung drin“, sagt er. Mögliche Orte haben die Jazzer schon ausgelotet - den Lokschuppen an der Stadtstraße im Stadtteil Bult und ein Zentralsilo im Lindener Hafen. Die Sogwirkung einer solchen musikalischen Keimzelle wirke sich auch auf die Förderbedingungen aus, die in Niedersachsen beispielsweise im Vergleich zu Baden-Württemberg kaum der Rede wert seien. „Die haben dort allein 40 Jazzclubs, die teilen sich einen Topf von 600.000 Euro. Davon kann man hier nur träumen.“

 Förderung ist im Jazz immer ein Thema, in der Tonhalle sowieso. Es geht um den Betrieb, es geht aber auch einfach darum, konzertierende Musiker vernünftige Gagen zahlen zu können, denn mit Eintrittsgeld allein kommt man nicht weit. Zwei Jahre lang hat die Tonhalle den Spielstättenpreis bekommen, einmal mit 5000 Euro, einmal mit 15.000 Euro dotiert. „In dem Jahr haben wir gut 70 Konzerte veranstalten können“, sagt der Vereinschef, „im Moment ist es superhart, die Musiker spielen für das Eintrittsgeld.“ Nun will der Verein bei der Stadt einen Antrag auf institutionelle Förderung stellen. 

 Aber erst einmal wird gefeiert. In der Markuskirche am Sonnabend. Und dann zwei Wochen will der Jazz noch einmal auf sich aufmerksam machen. Am 30. April, dem „Unesco international Day of Jazz“, wird es zwei Konzerte geben, im Jazz Club und spät in der Tonhalle. Besonderheit ist ein Flashmob in verschiedenen niedersächsischen Städten, in Hannover auf dem Kröpcke. Der hannoversche Musiker Jörn Marcussen-Wolff vom Ensemble Fette Hupe hat dafür extra ein Lied geschrieben, das interessierte Musiker sich herunterladen und üben können. Am 30. April um 18 Uhr ist es dann soweit. „Mal sehen, was da passiert. Ich bin gespannt“, sagt Andreas Burckhardt

 Info: Das Konzert mit Markus Stockhausen und Florian Weber beginnt am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Markuskirche. Karten unter www.tonhalle-hannover.de

Von Uwe Janssen

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