Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Zwei Jahre Haft für Raubversuch
Nachrichten Hannover Zwei Jahre Haft für Raubversuch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:37 22.02.2018
Verletzt: Dennis Kunth fotografierte den blutenden Enes A. nach dem versuchten Raub mit dem Handy. Quelle: privat
Hannover

 Rippenbrüche, eine zertrümmerte Nase, ein gebrochenes Schulterblatt und eine offene Schienbeinfraktur: Zwei Wochen verbrachte der gebürtige Syrer Enes A. nach einem versuchten Raubüberfall schwer verletzt im Friederikenstift. Die Opfer, denen er ihre Tageseinnahmen als Schausteller auf dem Weihnachtsmarkt abnehmen wollte, hatten sich gewehrt und den Räuber gestellt. Am Amtsgericht Wennigsen wurde der arbeitslose Enes A. jetzt zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Am 26. November 2016 hatte Enes A. spätabends einem Schaustellerehepaar vor deren Haus in Holtensen aufgelauert. Manfred und Brigitte Kunth hatten ihre Tageseinnahmen – rund 14 000 Euro – vom Weihnachtsmarkt in Hannover dabei. Mit einem Komplizen versuchte Enes A., Manfred Kunth den Geldkoffer zu entreißen, doch dieser wehrte sich und rief um Hilfe. Seine Söhne Dennis (32) und Sven (36) kamen aus dem Haus, verfolgten und stellten den fliehenden Enes A. Als sicher gilt, dass dieser dabei zu Boden ging und die Brüder auch ein Foto des blutenden Mannes machten, ehe sie ihn liegen ließen und dieser schließlich verschwand.

„Was genau geschah, bleibt jedoch im Dunkeln“, sagt Matthias Waldraff, der Anwalt der Schausteller. Denn Enes A. hat ausgesagt, dass er an diesem Abend von zwei Männern in einem Pkw angefahren und massiv verprügelt wurde. Sein Verteidiger Christoph Rautenstengel spricht von Selbstjustiz. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die Brüder ein, die vor Gericht allerdings die Aussage verweigerten. Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit das weitere Vorgehen, sagte Waldraff. „Sie muss untersuchen, ob ein versuchtes Tötungsdelikt vorliegt“, fordert Enes A.s Anwalt Rautenstengel. Es ist gut möglich, dass der Abend auch für die Schaustellerfamilie noch unangenehme Folgen hat.

Der bereits mehrfach vorbestrafte Enes A. muss nun ins Gefängnis, sein Bruder konnte als mutmaßlicher Komplize nicht identifiziert werden und wurde freigesprochen. Nach Enes A. war gefahndet worden, er hatte sich nach der Entlassung aus der Klinik im Januar 2017 gestellt. 

Von Simon Benne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Hannover Überfall in der Oststadt - Räuber macht Beute in Blumengeschäft

Ein etwa 1,75 Meter großer Mann hat am Donnerstagabend einen Blumenladen an der Lister Meile überfallen. Er konnte mit seiner Beute trotz Fahndung entkommen.

22.02.2018

Ein ehemaliger Pfleger  des Seniorenheims St. Martinshof in Misburg hat einen Strafbefehl in Höhe von 90 Tagessätzen erhalten. Die Staatsanwaltschaft Hannover sah es als erwiesen an, dass der 45-Jährige fahrlässig einen demenzkranken 83-Jährigen erstickt hatte.

22.02.2018

Hausbesitzer in Hannover haben seit dem vergangenen November 13.500 Behälter für Altpapier bestellt. Grund ist offenbar die neu eingeführte Gebühr für die Altpapiersäcke.

11.03.2018