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Hannover Verleger setzen auf Niveau
Nachrichten Hannover Verleger setzen auf Niveau
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00:29 14.04.2018
Diskutierten über Fake News (von links): Wolfgang Büchner, Roland Tichy, Sandra Gärtner und Helmut Scherer. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Fake news, dieser Begriff hat Karriere gemacht in den vergangenen Jahren. Rechtspopulisten nutzen ihn, um traditionelle Medien der Lügen zu bezichtigen. Donald Trump schleudert den Begriff heraus, wenn Zeitungen und Nachrichten Dinge berichten, die nicht seiner Weltsicht entsprechen. Und Fake news gehören zu antisemitischen und sonstigen Verschwörungstheorien, gestreut von deren Anhängern. „Fake news, Nachrichten, die gemacht werden, hat es immer gegeben“, sagt Prof. Helmut Scherer vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. Mit den neuen Medien hätten alle Gruppen nun Gelegenheit, ihre Themen und Meinungen zu verbreiten. Im Internet ist schnell auf Sendung, wer sich veröffentlicht nicht wieder findet. 

In manchen Teilen der Bevölkerung haben Medien ein Glaubwürdigkeitsproblem bekommen. Auf der Jahrestagung des Verbandes nordwestdeutscher Zeitungsverlage (VNZV) diskutierte die Branche am Mittwoch im Courtyard-Hotel, wie man dieser Entwicklung begegnen kann. Wolfgang Büchner, Chefredakteur des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), setzt auf Qualität und Transparenz in Zeitungen und Internetportalen des Verbundes: „Wir müssen an der Glaubwürdigkeit arbeiten und sie zum Teil auch zurück gewinnen. Dazu gehört, klar zu zeigen, woher unsere Informationen kommen. Mit welchen Leuten wir gesprochen haben und welche Quellen im Internet für Recherche genutzt wurden.“ Es gehe darum, sichtbar zu machen, was an Qualität geliefert wird.

Der Wirtschaftsjournalist Roland Tichy betreibt selbst einen Blog. Er glaubt, dass viele Medien zu oft ungeprüft Informationen, in seiner Sicht eher: Behauptungen, von Lobbygruppen übernehmen. „8000 Tote jährlich durch Diesel, das ist nur eine Zahl der Deutschen Umwelthilfe.“ Es gehe oft nicht mehr um Fakten, „nicht darum, ob die Sonne um 6.34 Uhr aufgeht, sondern darum, ob heute ein schöner oder ein schlechter Tag ist“. 

Ob Tichys Vorschlag, Zeitungen sollten 20-seitige Beilagen zum Dieselthema drucken, der richtige Weg ist? Scherer bezweifelt das. Um Fake news zu begegnen, müssten Medien „Fakten prüfen und gesellschaftlichen Konsens über wichtige Themen ermöglichen, Qualitätsjournalismus ist deshalb für eine Demokratie unabdingbar“. Schnell auf dem Markt zu sein, sei dagegen nicht so wenig. Sandra Gärtner von der Agentur mediaresearch42 glaubt, dass sich auch in Zukunft genügend Käufer für solche Produkte finden. 

Aber wünschen sich Journalisten etablierter Medien sogar, das Internet möge am liebsten „nächsten Montag“ wieder verschwinden, weil es eben auch ermögliche, deren Arbeit zu überprüfen, wie Blogger Tichy in die Runde warf? Nein, entgegnete Chefredakteur Büchner: „Selbstbewusste Journalisten wünschen sich das nicht.“

Von Gunnar Menkens

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