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Hannover Ein Tag für die Integration
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08:15 01.11.2018
Rege Debatte: Über Integration diskutieren Alptekin Kirci (von links), Sylvia Grünhagen, Thomas Hermann, Mohamad Kobbani und Dang Chau Lam im Freizeitheim Vahrenwald. Quelle: Foto: Moritz Frankenberg
Vahrenwald

Am Büfett gab es Baklava und persischen Dattelkuchen, und auf der Bühne zeigten Grundschüler der Bonifatiusschule mit Liedern in verschiedenen Sprachen, wie bunt es in Hannover zugehen kann. Mehr als 150 Besucher waren zum Integrationstag im Freizeitheim Vahrenwald gekommen. Dort gab es Musik, Aktionen für Kinder und politische Diskussionen. „Wir wollen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen miteinander in Verbindung bringen und uns über Vielfalt im Stadtbezirk austauschen“, sagte Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling.

Folglich präsentierten sich im Freizeitheim unter dem Motto „Gemeinsam Vielfalt gestalten“ verschiedene Kulturprojekte und Initiativen – und einen ganzen Tag lang loteten Politiker und andere Akteure aus, wie das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft gelingen kann. Schließlich sind etwa 180 Nationen in Hannover zu Hause, und etwa ein Drittel der rund 544 000 Hannoveraner habe einen Migrationshintergrund, sagte Bürgermeister Thomas Hermann. Der neue lokale Integrationsplan der Stadt betreffe alle gleichermaßen: „Schließlich leben wir alle gemeinsam in einer Stadt.“

Dass es beim Zusammenleben oft noch hapert, kam in einer Podiumsdiskussion offen zur Sprache. Besonders das Thema Wohnraum brennt vielen auf den Nägeln: „Wohnen ist ein Menschenrecht, doch in der Realität haben viele Migranten Probleme, eine Wohnung zu finden – sie werden auf dem Markt diskriminiert“, monierte Dang Chau Lam vom Vorstand der MigrantInnen-Selbstorganisation (Miso). Auch Mohamad Kobbani vom muslimischen Dachverband Schura berichtete von den Problemen, die seine Einrichtung bei der Suche nach Räumen für ihre Geschäftsstelle gehabt habe. „Wir haben über ein Jahr gebraucht, bis wir unser Domizil an der Hamburger Allee beziehen konnten.“

Der Landtagsabgeordnete Alptekin Kirci (SPD) zeigte Verständnis für die Probleme. Der Wind sei rauer geworden: „Früher hatten wir ein anderes gesellschaftliches Klima – doch umso wichtiger ist es, nicht aufzugeben“, sagte er. „Insgesamt haben wir in Hannover einen guten Zusammenhalt.“ Bürgermeister Hermann verwies darauf, dass allein die Wohnungsgesellschaft hanova im kommenden Jahr rund 600 Wohnungen fertigstellen werde, und dass Diskriminierung bei der Vergabe dort keinen Platz habe.

Dass es ein reges Engagement für den sozialen Zusammenhalt gebe, würdigte Sylvia Grünhagen vom Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte (UFU). Es gebe etwa 25 Nachbarschaftskreise, die sich um die rund 4200 Geflüchteten in Hannover kümmerten. „Wir haben mittlerweile gute Strukturen, man kann gut einen Deutschkurs bekommen“, sagte Grünhagen. „Die Ehrenamtlichen sind sehr engagiert.“ An dieser Stelle ging ein anerkennendes Raunen durch den Saal.

Von Simon Benne

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