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Hannover Volksbund will neue Formen des Gedenkens
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15:39 05.11.2018
"Verstärkt jüngere ansprechen": Henrik Berthold vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Quelle: Benne
Hannover

Feuerwehrkapelle, Festrede, Kranzniederlegung am Ehrenmal: Gedenkfeiern zum Volkstrauertag folgen oft eingefahrenen Abläufen. Und sie ziehen immer weniger Besucher an: „Die Kriegsgeneration tritt ab, und jüngere verstehen die Rituale oft gar nicht mehr“, sagt Henrik Berthold, Bezirksgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Der Volksbund peilt jetzt gewissermaßen eine Runderneuerung der Gedenkformen an. Dazu hat er in einer Initiativgruppe gemeinsam mit Kirchen, Gewerkschaften und anderen Gruppen ein Grundsatzpapier erarbeitet. „Unsere Vorschläge sollen helfen, verstärkt junge Menschen einzubinden und auch Bezüge zur Gegenwart herzustellen, etwa zum Krieg in Syrien“, sagt Berthold.

Das Papier empfiehlt die Gründung von Gedenkarbeitskreisen in den einzelnen Kommunen, welch die Aktivitäten zum Volkstrauertag neu überdenken können. Dabei könnten beispielsweise Schulen im Unterricht Beiträge erarbeiten. Der Volksbund regt an, die Auswahl offizieller Redner „im Sinne der Erweiterung gesellschaftlicher Perspektiven breiter zu fassen“, wie es in der Broschüre heißt. „Auch Menschen mit Migrationshintergrund sollen sich in der Erinnerungskultur wiederfinden können“, sagt Berthold. Daneben solle auch die Musikauswahl überdacht werden: „Man kann zum Beispiel überlegen, ob man eine örtliche Jazzband einlädt.“

Neben den Gefallenen sollen bei Gedenkfeiern auch die Opfer von Gewalt und Terror im Zentrum des Gedenkens stehen: „Zeremonien, die ganz oder überwiegend militärischen Charakter haben, erscheinen dafür nicht ausreichend“, heißt es der Broschüre mit dem Titel „Den Volkstrauertag erneuern“. Diese empfiehlt, Uniformträgern auch Nichtuniformierte an die Seite zu stellen, auf das Tragen von Waffen ganz zu verzichten und einen Einsatz von Fackeln so zu gestalten, dass Assoziationen an martialische Aufmärsche vermieden werden.

Bei der offiziellen Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Regionshaus wird es bereits in diesem Jahr keine besinnliche Gedenkrede mehr geben. Stattdessen würden Beiträge von Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums Springe in den Mittelpunkt rücken, die sich auch mit aktuellen Menschenrechtsfragen beschäftigen, sagt Berthold: „Es geht darum, den Volkstrauertag als Friedens- und Gedenktag für die kommende Generation lebendig zu halten.“

Die Gedenkstunde zum Volkstrauertag findet am Sonntag, 18. November, erstmals im Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, statt. Beginn ist um 11.30 Uhr. Anschließend gibt es Kranzniederlegungen in der Aegidienkirche und am Holocaust-Mahnmal.

Von Simon Benne

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