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Hannover Wie krank war Wallach Junimond beim Verkauf?
Nachrichten Hannover Wie krank war Wallach Junimond beim Verkauf?
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00:35 11.05.2018
Der Wallach Junimond leidet seit rund zwei Jahren unter Hufrehe. Quelle: privat
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Hannover

 Es war vor gut zwei Jahren, dass Wallach Junimond die Besitzerin wechselte. Die Verkäuferin, eine heute 35 Jahre alte Frau aus Lübeck, veräußerte den Haflinger für 3500 Euro an eine 42-Jährige aus Hannover. Doch dann zahlte die Käuferin nur eine erste Rate von 1200 Euro: Junimond war krank. Das Tier war verfettet und litt an einem „Equinen Metabolischen Syndrom“ (EMS), einer Art Diabetes-Erkrankung bei Pferden.  Wenige Wochen später wurde die unter Pferdefreunden gefürchtete Hufrehe diagnostiziert, eine schmerzhafte Entzündung der Hufe, die eine Nutzung als Reittier unmöglich macht. Seither liegen die Frauen im Streit. Die Lübeckerin verklagte die Hannoveranerin auf Zahlung der restlichen Kaufsumme, schließlich habe sie Junimond ohne Gewährleistung verkauft. Diese wiederum erhob Widerklage. 

Die 42-Jährige wollte den Kauf nicht rückabwickeln, weil ihr Junimond ans Herz gewachsen sei. Weil der 16 Jahre alte Wallach aber keinen Verkehrswert mehr besitze, müsse sie die erste Rate von 1200 Euro rückerstattet bekommen. Insgesamt 5844 Euro wollte die Pferdefreundin aus Hannover von der Verkäuferin erstreiten, darunter 3145 Euro für Tierarztkosten und Reitutensilien.

Fettdepots waren sichtbar

Am Dienstag trafen sich die Betroffenen und ihre Anwälte im hannoverschen Amtsgericht. Dabei spielte auch ein Gutachten der Tierärztlichen Hochschule eine Rolle, wonach Junimond bei Kaufabschluss zwar übergewichtig und an EMS erkrankt gewesen, aber noch therapierbar gewesen sei. „Und meine Mandantin und ihr Ehemann haben das Pferd noch kurz vor dem Verkauf geritten“, versicherte der Lübecker Anwalt Friedrich Bergmann. Auch der Sachverständige meinte, dass die unheilbare Hufrehe-Entzündung wohl erst nach der Übergabe des Haflingers ausgebrochen sei. Doch dies stellte Beklagten-Anwältin Susanne Güldenpfennig in Frage: „Die Fettdepots waren zwar deutlich zu erkennen, aber man kann doch nicht reingucken in das Tier.“ 

Schließlich konnte Zivilrichterin Catharina Erps die Parteien zu einem Vergleich überreden: Die 35-jährige Vorbesitzerin aus Lübeck bekommt noch eine zweite Rate von 1200 Euro gezahlt und rückt dafür den bislang noch einbehaltenen Equidenpass heraus, ein Identitätsdokument für Pferde. Außerdem muss die neue Besitzerin aus Hannover den Großteil der Gerichtskosten zahlen. Allerdings ist der Vergleich noch nicht sattelfest, die Pferdefreunde haben drei Wochen Zeit, Widerruf einzulegen. Derweil steht Junimond nach Angaben seiner Halterin in einem Paddock, einem eingezäunten und graslosen Auslaufbereich in der Region Hannover und bekommt – gemeinsam mit zwei anderen betagten Pferden – sein Gnadenbrot. 

Von Michael Zgoll

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