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18:24 03.12.2018
Sexismus in der Werbung: Auch die Busenschnecke, die jahrelang das Heck von 15 Üstra-Bussen zierte, sorgte in Hannover für Diskussionen. Quelle: X-City Marketing
Hannnover

Die Stadt Hannover soll sexistische Werbung auf öffentlichen Werbeflächen künftig weitestgehend unterbinden. Aus diesem Grund tritt sie der im März 2018 verabschiedeten europäischen „Charta zum Engagement gegen sexistische Werbung“ und dem europaweiten Netzwerk „Städte gegen sexistische Werbung“ bei. Einen entsprechenden Antrag der Mehrheitskoalition hat der städtische Gleichstellungsausschuss am Montag mit den Stimmen der Gruppe Die Linke/Piraten verabschiedet. Die CDU allerdings stimmte dagegen. Auf kommunaler Ebene habe sich die Stadt bereits selbst verpflichtet, gegen solche Werbungen vorzugehen, sagte Dieter Küßner (CDU). Wenn da etwas auftauche, werde man dem nachgehen: „Aber mir ist in der Öffentlichkeit noch nichts begegnet, was ich anstößig fand.“ Auch die Region Hannover hat erst unlängst mit der Kampagne „Uns reicht’s!“ gegen sexistische Werbung mobil gemacht. Ein erster Schritt dort war es, auf der Internetseite der Kampagne 1000 Unterschriften von Unterstützern zu sammeln. Dies ist mittlerweile geglückt.

Auch die Stadt Hannover müsse ein deutliches Zeichen dagegen setzen, dass Rollenklischees nach dem Motto „Sex sells“ weiter verstärkt und Frauen als jederzeit verfügbare Objekte dargestellt würden, sagte Maxi Carl (SPD). Hannover solle sexismusfreie Zone werden. Öffentliche Werbung sei auf dem Weg dahin ein wichtiger Anker. Die Stadt Hannover geht nach Angaben einer Sprecherin auch bislang schon gegen sexistische Werbung vor. In 15 Fällen sei sie 2017/2018 tätig geworden. Darunter waren der Gerüstbauer Samiez, der schon mehrfach versuchte, mit Bauarbeiterklischees Aufmerksamkeit zu erregen, oder der Imbiss „Riffels Bar und Grill“, der für seine Produkte mit einer nackten Frau im Pin-up-Stil wirbt, die lasziv auf einer überdimensionierten Wurst ‚reitet‘. Auch die sogenannte Busenschnecke der hannoverschen Wohnungsbaugenossenschaft Gartenheim, die einige Jahre auch die Üstra-Busse als Werbefläche nutzen durfte, sorgte schon für Diskussionen.

Bei einer städtischen Werbefläche werde der Werberechtsvertrag überprüft und beanstandet und eine Korrektur und Abänderung verlangt. Die Stadt schalte bei sexistischer Werbung zudem den Werberat ein, hieß es vonseiten der Stadtsprecherin. Leider zeigten die Rügen des deutschen Werberats nicht immer Wirkung. Einigen Unternehmen ist dies „schlicht egal“. Damit bleibe sexistische Werbung ein öffentlich wahrnehmbares Problem.

Die Stadt Hannover will jetzt den Druck in Richtung sexismusfreie Stadt erhöhen. Gerade vor dem Hintergrund der MeToo-Debatte, gelte es, öffentlichkeitswirksam für ein weltoffenes, modernes, die Menschenrechte von Frauen und Männern gleichermaßen achtendes Hannover einzutreten, heißt es in dem Antrag. Dass sich Städte europaweit untereinander austauschten, wie man gegen sexistische Werbung vorgehe, sei sinnvoll, sagte Carl.

Von Jutta Rinas

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