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Nachrichten Hannover Hannover testet neue Notfallkrankenwagen
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00:15 02.10.2017
Ab Sonntag im Einsatz: Oliver Fricke (l.) und Patrick Scheidler präsentieren die neuen Notfallkrankenwagen - die weniger aufwendig ausgestattet sind als Rettungswagen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

„Wir haben eine Vielzahl an Einsätzen festgestellt, bei denen die Verletzungen nicht unmittelbar lebensbedrohlich sind“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz. Diese würden die hochspezialisierten Fahrzeuge binden, wenn sie an anderer Stelle benötigt werden.

In solchen Fällen sollen künftig die NKTW anrücken, das Pilotprojekt ist auf zwei Jahre angelegt. Die Fahrzeuge sollen weniger schlimme Fälle wie zum Beispiel nicht lebensbedrohliche Schnittverletzungen übernehmen. „Wir wollen schauen, ob die Fahrzeuge den Rettungsdienst etwas entlasten können“, sagt Hintz. Die Autos werden ohne Blaulicht und Martinshorn losgeschickt und haben ein Zeitfenster von maximal 30 Minuten, um beim Patienten einzutreffen.

Rettungsdienst entlasten

Die Ausstattung der NKTW ist weniger umfangreich als die eines RTW. „So haben sie zum Beispiel ein nicht so aufwendiges EKG an Bord“, sagt Hintz. „Das heißt aber natürlich nicht, dass die medizinische Betreuung schlechter ist.“ Im NKTW sitzen ausgebildete Rettungssanitäter und -assistenten, außerdem könne jederzeit ein RTW oder Notarzt nachgefordert werden, sollte dies erforderlich sein.

Die neuen Fahrzeuge werden ab Sonntagvormittag rund um die Uhr im Einsatz sein. Das Personal stellen die Johanniter, 18 Stellen wurden dafür geschaffen. „Ein Auto soll den Norden und eins den Süden der Stadt übernehmen“, sagt Feuerwehrsprecher Hintz. Vorerst sind beide NKTW bei den Johannitern am Kabelkamp untergebracht. Langfristig ist geplant, ein Auto entsprechend seines Einsatzgebietes an einer südlicheren Rettungswache unterzubringen.

Das Pilotprojekt ist mit den Krankenkassen abgestimmt, sie übernehmen die Kosten der Testphase. Zu welchen Einsätzen die Autos ausrücken, entscheiden die Disponenten in der Feuerwehrleitstelle anhand eines festgelegten Katalogs. Sollten die NKTW in Hannover ein Erfolg werden, könnte ihre Zahl laut Hintz ansteigen.

Vielleicht bald landesweit

Begleitet wird der Test zudem vom Landesausschuss Rettungsdienst. „Wir lassen uns schnellstmöglich Bericht erstatten“, sagt dessen Vorsitzender Bernd Gerberding. Das Gremium will sehen, „ob das Fahrzeugkonzept auch in anderen Regionen eingesetzt werden kann“. Zu prüfen sei zum Beispiel, ob die NKTW auch für ländlichere Bereiche geeignet seien.

Das Pilotprojekt ist Teil des angepassten Rettungsmittelbedarfsplans der Stadt. Die Einsatzzahlen sowohl in der Notfallrettung als auch beim Krankentransport seien seit der letzten Anpassung 2015 weiter gestiegen. Als Resultat wurden zusätzlich zu den NKTW vier weitere Genehmigungen für Krankentransportwagen erteilt.

Von Peer Hellerling

Immer mehr Einsätze

Der Rettungsdienst in Hannover musste im vergangenen Jahr insgesamt 123  452 Einsatzfahrten absolvieren. Der Großteil von ihnen entfiel auf Rettungstransportwagen (RTW). 2014 lag die Zahl der Rettungseinsätze in Hannover noch bei 117 227. Die Zahlen gehen aus dem aktuellen Rettungsdienstbedarfsplan 2017 der Stadt hervor.

Bei Notfalleinsätzen muss der Rettungsdienst in 95 Prozent der Fälle binnen 15 Minuten beim Patienten sein. 2016 wurden sogar 96,6 erreicht. Die durchschnittliche Fahrtzeit betrug 13 Minuten

Die Wartezeit im medizinischen Krankentransport soll in der Regel 30 Minuten nicht übersteigen, das gelang 2016 nur in 66,4 Prozent der Fälle.

Den Rettungsdienst und Krankentransport in Hannover teilen sich Berufsfeuerwehr, Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund, Rotes Kreuz, Malteser, CDL Krankenbeförderung, Kranken-Transport-Dienst Grün-Weiß und Ambulanz Rettungsdienst KTG.

pah

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