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Nachrichten Hannover Hannover will Krippenbeiträge für Geschwister erhöhen
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00:19 27.09.2018
In Krippen sollen Geschwisterkinder künftig mehr bezahlen. Jedenfalls wenn es nach dem Willen der Stadtverwaltung Hannover geht. Quelle: dpa-Zentralbild
Hannover

Um Einnahmeausfälle durch die Gratis-Kita teilweise auszugleichen, plant die Stadt, eine beliebte Regelung in der Gebührenordnung zu streichen: Bislang galt, dass für das erste Kind in einer Krippe, Kita oder anderen Betreuungseinrichtungen Eltern den vollen Beitragssatz zahlen müssen. Für das erste Geschwisterkind musste dann nur die Hälfte bezahlt werden, wenn es in eine Krippe kommt. Diese Ermäßigung soll nun gestrichen werden, geht aus der geänderten Entgeltregelung für die Nutzung städtischer Kindertageseinrichtungen hervor, die am Montag im Jugendhilfeausschuss auf der Tagesordnung stand.

Künftig wird demzufolge auch für das erste Geschwisterkind bei Anmeldung in einer Krippe der volle Beitragssatz fällig. Eine so geänderte Geschwisterregelung würde sich deutlich im Portemonnaie der betroffenen Eltern bemerkbar machen. Ein Beispiel: Eine Familie, die den Höchstsatz zahlt und ein Kind in der Kita und eines in der Krippe hat, muss bislang nur 160 Euro für die Betreuung des jüngeren Kindes in der Krippe zahlen. Wird die neue Entgeltstaffel vom Rat beschlossen, werden es künftig die vollen 320 Euro sein.

Stadt: 1,9 Millionen Euro fehlen wegen beitragsfreier Kita

Im Jugendhilfeausschuss wurde am Montag über die Änderung noch nicht abgestimmt, weil es Beratungsbedarf in den Fraktionen gab. Andreas Brändle, Vertreter der Gruppe Linke/Piraten kündigte am Montag am Rand der Veranstaltung schon an, sich gegen die neue Geschwisterregelung zu stellen: Man könne Eltern nicht auf der einen Seite entlasten und entstehende Finanzlöcher dann wiederum mit Hilfe von erhöhten Elternbeiträgen stopfen, sagte er. Durch die beitragsfreie Kita entstünden der Stadt 2019 Mindereinnahmen von rund 1,6 Millionen Euro, sagte Jugenddezernentin Rita Maria Rzyski am Montag. Diese würden durch die angepasste Geschwisterregelung „einigermaßen kompensiert“.

Weiterlesen:Gratis? Die Kitas zahlen einen hohen Preis

Die neue Entgeltverordnung benachteilige Eltern, die zwei oder mehr Kinder hätten, kritisierte Elternvertreterin Sarah Hohenbrink. Familien mit einem Kind kämen künftig in den vollen Genuss der Beitragsfreiheit, Familien mit zwei Kinder würden dagegen nur teilweise entlastet, weil sie im Krippenbereich draufzahlen müssten. Die 37-jährige Biologin aus der List hat selbst zwei Kinder in zwei Elterninitiativen, eines in der Kita, eines in der Krippe.

Jugenddezernentin Rzyski hielt dagegen, dass man bei der angepassten Geschwisterregelung darauf geachtet habe, dass alle Familien von der Beitragsfreiheit profitierten. Auch eine Familie mit zwei Kindern in Krippe und Kita spare künftig etwa 150 Euro. Für das dritte und jedes weitere Kind seien keine Gebühren zu zahlen. Die neue Regelung soll für alle neu abzuschließenden Betreuungsverträge gelten.

Von Jutta Rinas

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