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Hannover Politik begrüßt Pläne für Randbebauung am Steintor
Nachrichten Hannover Politik begrüßt Pläne für Randbebauung am Steintor
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00:21 15.09.2018
Boxenarchitektur am Ostrand: Entwurf für das Gebäude zwischen Steintor- und Reitwallstraße. Quelle: Michael Schumacher, Schneider+Schumacher
Hannover

Während der Bürgerdialog zur Gestaltung der Steintor-Platzfläche gerade läuft, geht es endlich auch an den Rändern voran. Hannoversche Projektentwickler haben das im Krieg teilzerstörte Spielhallengebäude am Ostrand zwischen Steintor- und Reitwallstraße gekauft und wollen dort einen neungeschossigen Neubau errichten. In der Ratspolitik stößt das Vorhaben auf viel positives Echo, auch wenn in der Frage der Architektur das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

„Das Bauvorhaben wird für eine bessere Einfassung des Platzes sorgen“, ist SPD-Baupolitiker Lars Kelich sicher. Grünen-Ratsfrau Elisabeth Clausen-Muradian erinnert daran, dass im Bürgerdialog immer wieder vom „Kariesplatz mit Zahnlücken“ gesprochen wurde, weil an West- und Ostseite flache Bauwerke aus der Nachkriegszeit stehen geblieben sind. „Der Neubau wird dem Steintor optisch mehr Platzwirkung geben“, ist sie sicher. „Ich bin froh, dass es dort jetzt endlich etwas Neues geben wird“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Er will allerdings über die Gestaltung der sogenannten Boxenarchitektur „noch einmal reden“.

Bei der größten Oppositionsfraktion kommt die Gestaltung zwar gut an, allerdings findet CDU-Baupolitiker Felix Semper es „unglücklich, dass diese tiefgreifende Veränderung am Platzrand ausgerechnet während der laufenden Bürgerbeteiligung kommt“. Den Bürgern sei schwer zu vermitteln, dass zwar über die Platzgestaltung öffentlich diskutiert werde, die Gestaltung der Platzränder sich aber der Debatte entziehe. Bei dem privaten Investorenprojekt wird die Kommunalpolitik nur während der Änderung des Bebauungsplans mitreden können. Insgesamt aber sei die geplante Neuerung aber „ein wichtiger Baustein für den Aufschwung am Platz“, sagt auch Semper.

Seit vielen Jahren schon drängt die Stadt darauf, dass die beiden Flachbauten an der Nordmannpassage im Westen des Halbrunds und an der Steintorstraße im Osten aufgewertet werden. Vor allem an der Nordmannpassage hatten sich verschiedene Investoren versucht, waren aber am Desinteresse der aktuellen Eigentümer gescheitert. Die profitieren von den guten Mieteinnahmen der bestehenden Bauten und sehen keinen Grund, ihre Anteile zu verkaufen, um den Weg für Abriss und Neubau freizugeben.

Das aber ist jetzt auf der Ostseite den hannoverschen Projektentwicklern vom Büro Schramm & Schoen gelungen. Sie haben einer betagten Eigentümerin das Grundstück mit dem Flachbau abgekauft, in dem seit Jahrzehnten eine Spielothek untergebracht ist, deren Lizenz endet. Sie wollen den Neubau nach Plänen des Architekten Michael Schumacher errichten, der an der Leibniz-Uni Architektur unterrichtet. Der bisherige Entwurf ist eine Vorstudie, er sieht im Erdgeschoss Läden und Gastronomie vor, darüber Büros, Wohnen oder Hoteletagen. Der Entwurf, den die HAZ am Sonnabend erstmals veröffentlicht hat, zeigt eine ungewöhnliche Architektur mit großen Fensterelementen, die aus dem Gebäude herausragen.

„Wir müssen architektonisch auch mal andere Dinge zulassen“, sagt SPD-Mann Kelich. Auch Grünen-Ratsfrau Clausen-Muradian und ihr CDU-Kollege Semper finden den Entwurf ansprechend. FDP-Politiker Engelke hat noch Gesprächsbedarf, was die Gestaltung und vor allem die Nutzung angeht. „Wir brauchen dringend auch Wohnungen an dem Standort, da müssen wir mit den Investoren reden“, sagt er. Zeit ist dafür noch genug: Die Änderung des Bebauungsplans wird etwa ein Jahr dauern.

Von Conrad von Meding

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