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Hannover Fössebad bekommt nun doch ein Freibad
Nachrichten Hannover Fössebad bekommt nun doch ein Freibad
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17:21 05.11.2018
Derzeit ist das marode Fösse-Freibad gesperrt – nun soll es voraussichtlich 2023 durch einen Neubau ersetzt werden. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Überraschender Beschluss in der Bäderpolitik der Ampelkoalition: Das Fössebad bekommt nun doch ein Außenbecken. Darauf haben sich die Koalitionspartner von SPD, Grünen und FDP am Wochenende verständigt. Im Antragspaket zum Doppelhaushalt für 2019 und 2020 verankerte das Mehrheitsbündnis zunächst 90 000 Euro Planungskosten für ein Fössefreibad, zu dem auch ein Kindererlebnisbereich gehören soll. Die Koalitionäre einigten sich zudem darauf, dass Geld für ein Freibad direkt nach der Fertigstellung des neuen Hallenbades in den städtischen Haushalt einzusetzen – nach derzeitigem Stand wäre das 2022. Läuft alles glatt, könnte das Freibad ein Jahr später in Betrieb gehen.

Im Sommer 2017 hatten sich die Ampelpartner noch gegen den Bau eines Außenbeckens entschieden. Nach ihrem Votum, für 20 Millionen Euro ein neues Hallenbad auf dem Fösse-Gelände in Limmer zu bauen, gestanden sie lediglich zu, die Anschlüsse für ein Freibad vorzuhalten. Allerdings gab es dagegen erheblichen Protest, vor allem im Stadtbezirk Linden-Limmer. Der Bezirksrat forderte eine Reparatur des stillgelegten Freibads und befürchtete, dass das neue Hallenbad mit 50-Meter-Bahn und Tribüne zum reinen Sportbad würde. Der Protest stellte die Grünen vor eine Zerreißprobe. Im Bezirksrat standen sie auf der Seite der Kritiker, im Rat unterstützten sie die Verwaltungspläne – wenn auch mit Änderungswünschen. Auch auf einer Mitgliederversammlung der Grünen gab es ein eindeutiges Votum für das Freibad.

„Der Druck unserer Mitglieder war groß, darum war das Fössebad für uns ein sehr wichtiger Punkt in den Verhandlungen mit SPD und FDP“, beschreibt Freya Markowis, Grünen-Fraktionschefin im Stadtrat, die politische Gemengelage im Vorfeld der Etatberatungen. Offenbar ließen sich unter diesen Voraussetzungen nun auch Sozial- und Freidemokraten umstimmen.

„Wir haben um den aktuellen Beschluss nicht gerungen“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzende Christine Kastning. Sie sieht diesen nicht als Kehrtwende. Vielmehr sei das Votum für ein Fösse-Freibad die „Fortsetzung der Politik“ für diesen Standort, die aber „gut überlegt“ sein müsse. Schließlich bleibe es das Ziel, im Zuge des Bäderkonzepts Verbesserungen im gesamten Stadtgebiet umzusetzen. Der FDP-Fraktionsvize Andres Bingemer betont, das Fössebad solle ein Kombibad für Sport- und Familien bleiben, daher sei das Außenbecken sinnvoll. Nach ersten Schätzungen wird ein Freibad zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro kosten.

Mehr als die von der Verwaltung vorgesehenen 250 Tribünenplätze für Sportveranstaltungen wird es nach dem Beschluss der Ampelkoalitionäre denn auch nicht geben. Damit erteilten sie dem Wunsch des Vereins Waspo 98 und des Stadtsportbundes, 500 Sitzplätze vorzuhalten, eine endgültige Absage. Der Bezirksrat Linden-Limmer hatte vorgeschlagen, ganz auf die Tribüne zu verzichten, und das so gesparte Geld für das Freibad zu verwenden.

Von Juliane Kaune

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